Max Horst
27. November 1990, Bonn
Max Horst ist nach seiner Promotion in Wirtschaftsgeschichte in Berlin ab 1928 als Referent und Abteilungsleiter im Präsidium der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft tätig, die später in Deutsche Forschungsgemeinschaft umbenannt wird. Er publiziert in dieser Zeit vor allem Brief- und Dokumenteneditionen aus dem Nachlass Helmuth von Moltkes. Aus seiner Ehe mit Dagmar Stahl gehen drei Kinder hervor.
1940 wird der Historiker im Rang eines Feldwebels der Reserve als Militärverwaltungsrat zur deutschen Militärverwaltung Frankreichs dienstverpflichtet. Dort schließt er sich der militärischen Opposition um Carl Heinrich von Stülpnagel an und versucht über seinen Schwager, General Hans Speidel, Feldmarschall Rommel zur Teilnahme am geplanten Umsturzversuch zu bewegen. Nach dessen Scheitern am 20. Juli 1944 wird Max Horst in Paris festgenommen, nach Berlin überstellt und am 29. September 1944 in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert, wo er in Einzelhaft gehalten wird.
Am 16. Februar 1945 wird Max Horst zur Bewährung an die Ostfront entlassen. Er wird verwundet und gerät in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Im Herbst 1945 kann er nach Deutschland zurückkehren.
Nach seiner Genesung baut er in Tübingen ein Hilfswerk für Kriegsgefangene auf, das im Roten Kreuz aufgeht. Bis 1968 arbeitet er im Bundesministerium des Innern sowie in der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes.


