Roland von Hößlin
13. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee
Roland von Hößlin wandelt sich als junger Offizier unter dem Eindruck der NS-Kriegsführung vom gläubigen Anhänger zum entschiedenen Gegner Hitlers. Als Kommandeur einer Panzer-Aufklärungsabteilung des Afrikakorps wird er im Juli 1942 verwundet und mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Hößlin, der als Major im 17. Kavallerie-Regiment Bamberg Regimentskamerad Stauffenbergs ist, wird von diesem im April 1944 in die Umsturzpläne der Verschwörer eingeweiht. Als Kommandeur der Panzer-Aufklärungs-Ersatz-Abteilung 24 in Insterburg/Ostpreußen (Wehrkreis I) soll er im Falle eines erfolgreichen Umsturzes in Ostpreußen wichtige Gebäude besetzen und Maßnahmen gegen die NSDAP leiten.
Roland von Hößlin wird am 23. August 1944 in seiner Anfang August nach Meiningen in Thüringen verlegten Abteilung von der Gestapo festgenommen, nach Berlin gebracht und im Zellengefängnis Lehrter Straße, dann im Gefängnis Tegel und Anfang Oktober 1944 wieder im Zellengefängnis inhaftiert.
Am 13. Oktober 1944, nach seiner Ausstoßung aus der Wehrmacht, wird Roland von Hößlin vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.
Ich erinnere mich, wie ich ihn zum ersten Mal sah, als wir beide von der Lehrter Straße nach Tegel verbracht wurden ... Sprechen konnte ich ihn erst wieder, als wir anfangs Oktober in die Lehrter Straße zurückgebracht wurden. Wieder standen wir beieinander im Rundturm des Gestapogefängnisses, von dem aus die Flügel zu den Zellen verliefen, in die wir kommen sollten, und warteten, bis wir das Büro passiert hatten, wo wir unsere Sachen abgeben mußten – und doch war eine leise Trauer in seiner Stimme, als er sagte, dass er schon glaube, dass er der meist Belastete sei, im Kreise derer, die damals beieinander standen.
Franz Reisert über seinen Mithäftling Roland von Hößlin in einem Brief an dessen Eltern, nach 1945
Quelle: August Graf von Kageneck, Zwischen Eid und Gewissen. Roland von Hößlin. Ein deutscher Offizier, Berlin und Frankfurt am Main 1991, S. 138f.






