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Joachim Hoepner

31. Januar 1913, Metz
23. Mai 1985

Joachim Hoepner ist seit 1943 Major im General­stab und in Frank­reich und in Russ­land an der Front. Er ist der Sohn von General Erich Hoepner, der wegen seiner Betei­ligung am Umsturz­ver­such vom 20. Juli 1944 vom „Volks­gerichts­hof” zum Tode ver­urteilt und am 8. August 1944 in Berlin-Plötzen­see ermordet wird. Laut eigener Aus­sage sieht Joachim Hoepner seinen Vater zuletzt Ende 1943 und erfährt zu diesem Zeit­punkt von den Attentats­plänen. 

Joachim Hoepner ist zuletzt bei einem Kavallerie­korps der Heeres­gruppe Mitte an der Ostfront einge­setzt. Dort wird er am 25. Juli in „Sippen­haft” genommen, über War­schau nach Berlin gebracht und kurze Zeit im Wehr­machts­unter­suchungs­gefängnis Lehrter Straße inhaf­tiert, bevor er am 28. Juli 1944 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 einge­lie­fert wird. 

Nach zahl­reichen Vor­sprachen seines Groß­vaters und Schwagers wird er am 22. Dezember 1944 in die Wehr­machts­fes­tungs­haft­anstalt Küstrin verlegt und dort im Frühjahr 1945 von der Roten Armee befreit.  

Dabei wußte man nie, wie lange die Haft dauern würde u. ob man nicht eines schönen Tages durch Genick­schuß od. auf irgend­eine andere Art ins Jen­seits beför­dert werden sollte. ... Die 5 Monate Gefäng­nis­haft bedeu­teten für mich vor allem eine starke seeli­sche Belas­tung, zumal ich über das Schick­sal meiner Eltern, Schwes­ter u. weiteren Ange­hörigen ... nichts erfuhr ... Ich bin dem Schöpfer dank­bar, daß er mich diese Probe bestehen ließ – viele nahmen sich aus Ver­zweif­lung das Leben.

Joachim Hoepner über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße

Quelle: Erinnerungsbericht Major i.G. Joachim Hoepner vom 12. Juni 1945, Kopie in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Die Zellen waren völlig ver­wanzt, sodaß man nachts – selbst bei Beleuch­tung, die nachts ständig brann­te – nicht schlafen konnte. Ich habe inner­halb von 2 Tagen etwa 200 Wanzen gefangen. ... Die in Kopf­höhe einge­lassenen Fenster waren durch Bom­ben­angriffe ent­zwei­gegan­gen u. durch Papp­stücke ersetzt worden, die das an sich schon spär­liche Licht noch ver­rin­gerten. Anfangs September wurde es ... so kalt, daß ich schon zu dieser Zeit um einen zu Beginn abge­nom­menen Mantel bitten mußte, den ich dann endlich nach wieder­hol­tem Nach­fragen 1 Woche später erhielt.

Joachim Hoepner über die Haftbedingungen im Zellengefängnis Lehrter Straße

Quelle: Erinnerungsbericht Major i.G. Joachim Hoepner vom 12. Juni 1945, Kopie in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Joachim HoepnerJoachim Hoepner, um 1944