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Heinrich Höfler

16. Februar 1897, Schwetzingen
21. Oktober 1963, Bonn

Heinrich Höfler nimmt nach dem Abitur 1916 am Ersten Welt­krieg teil und studiert anschließend in Freiburg und Heidel­berg Volks­wirt­schaft, Geschich­te und Philo­sophie. Bereits während des Studiums ist er in der katho­lischen Laien­bewegung aktiv. Ab 1921 ist er als Redak­teur bei dem in Heidel­berg erschei­nenden „Pfälzer Boten” tätig, der der Zen­trums­partei nahe steht. 1931 wird er Presse­referent des Deutschen Caritas­ver­bands Frei­burg und Schrift­leiter der Verbands­zeit­schrift „Caritas”. 

Nach deren Verbot 1941 über­nimmt er die Leitung der im Auftrag der deutschen katho­lischen Bischöfe aufgebauten „Kirch­lichen Kriegs­hilfe” in Berlin, die Wehr­machts­ange­hörige sowie deutsche und alliierte Kriegs­gefan­gene betreut und mit religiösen Schriften ver­sorgt. 

Heinrich Höfler, der den National­sozialis­mus aus einer christlichen Grund­haltung heraus ablehnt, wird am 5. Mai 1944 in Freiburg fest­genommen, nach Berlin gebracht und im „Haus­gefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 inhaftiert. Am 22. Juli 1944 wird er in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 über­stellt und ist einer der erste Häft­lingen der Gesta­po-Son­der­abteilung. Obwohl keine Anklage gegen ihn erhoben wird, bleibt er bis zum 3. April 1945 in Haft. 

Nach Kriegs­ende orga­nisiert Heinrich Höfler die Hilfe der Caritas für Kriegs­heim­kehrer und -gefangene und wird schließ­lich Direktor der Caritas­zentrale in Frei­burg. Er engagiert sich in der CDU und gehört zwischen 1949 und 1963 dem Deutschen Bundes­tag an.

Einmal, wie es Gottes Wille ist, geht auch all dies Schreck­liche zu Ende. Wir wollen, wenn wir unter den Über­lebenden sein werden, mit Mut, mit Würde und mit selbst­loser Liebe von neuem anfangen, zu trauen und zu bauen.

Heinrich Höfler in einem Brief an seine Frau Emma vom 25. März 1945

Quelle: Günter Buchstab, Heinrich Höfler (1897–1963). Bundestagsabgeordneter, in: Ders./Brigitte Kaff/Hans-Otto Kleinmann (Hrsg.), Christliche Demokraten gegen Hitler. Aus Verfolgung und Widerstand zur Union, Freiburg 2004, S. 270-277.

Portrait: Heinrich HöflerHeinrich Höfler, 1961