Heinrich Höfler
21. Oktober 1963, Bonn
Heinrich Höfler nimmt nach dem Abitur 1916 am Ersten Weltkrieg teil und studiert anschließend in Freiburg und Heidelberg Volkswirtschaft, Geschichte und Philosophie. Bereits während des Studiums ist er in der katholischen Laienbewegung aktiv. Ab 1921 ist er als Redakteur bei dem in Heidelberg erscheinenden „Pfälzer Boten” tätig, der der Zentrumspartei nahe steht. 1931 wird er Pressereferent des Deutschen Caritasverbands Freiburg und Schriftleiter der Verbandszeitschrift „Caritas”.
Nach deren Verbot 1941 übernimmt er die Leitung der im Auftrag der deutschen katholischen Bischöfe aufgebauten „Kirchlichen Kriegshilfe” in Berlin, die Wehrmachtsangehörige sowie deutsche und alliierte Kriegsgefangene betreut und mit religiösen Schriften versorgt.
Heinrich Höfler, der den Nationalsozialismus aus einer christlichen Grundhaltung heraus ablehnt, wird am 5. Mai 1944 in Freiburg festgenommen, nach Berlin gebracht und im „Hausgefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 inhaftiert. Am 22. Juli 1944 wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt und ist einer der erste Häftlingen der Gestapo-Sonderabteilung. Obwohl keine Anklage gegen ihn erhoben wird, bleibt er bis zum 3. April 1945 in Haft.
Nach Kriegsende organisiert Heinrich Höfler die Hilfe der Caritas für Kriegsheimkehrer und -gefangene und wird schließlich Direktor der Caritaszentrale in Freiburg. Er engagiert sich in der CDU und gehört zwischen 1949 und 1963 dem Deutschen Bundestag an.
Einmal, wie es Gottes Wille ist, geht auch all dies Schreckliche zu Ende. Wir wollen, wenn wir unter den Überlebenden sein werden, mit Mut, mit Würde und mit selbstloser Liebe von neuem anfangen, zu trauen und zu bauen.
Heinrich Höfler in einem Brief an seine Frau Emma vom 25. März 1945
Quelle: Günter Buchstab, Heinrich Höfler (1897–1963). Bundestagsabgeordneter, in: Ders./Brigitte Kaff/Hans-Otto Kleinmann (Hrsg.), Christliche Demokraten gegen Hitler. Aus Verfolgung und Widerstand zur Union, Freiburg 2004, S. 270-277.


