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Paul Herpich

7. September 1914, Berlin
9. März 1962, Berlin (West)

Paul Herpich absolviert eine kauf­männische Lehre im elterlichen Geschäft, dem Berliner Pelz- und Mode­haus Her­pich & Söhne. Nach dem Tod seines Vaters übe­rnimmt er 1944 die Geschäfts­führung des Unter­nehmens. Seine Schwester Hanna ist seit 1941 mit Ludwig Gehre ver­heiratet, der dem Wider­stands­kreis im Amt Ausland/Abwehr im Ober­komman­do der Wehr­macht angehört. 

Gehre wird am 2. März 1944 fest­genommen, wenige Tage später gelingt ihm jedoch mit Unter­stützung von Paul Herpich die Flucht. Herpich unters­tützt seinen Schwager in den folgenden Monaten mit Geld und Lebens­mitteln. Als nach dem 20. Juli 1944 ver­stärkt nach Gehre gefahndet wird, taucht im August auch Hanna Gehre unter, um einer drohenden Fest­nahme zu entgehen. Am 12. August werden ihre Mutter Elisabeth und ihre Töchter Renate und Hildegard in „Sippenhaft” genommen. 

Paul Herpich wird am 13. August 1944 fest­genommen und in die Gesta­po-Abteilung des Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 ein­geliefert. Ihm gelingt es, eine akute Blind­darm­entzündung vorzu­täuschen, so dass er am 25. August in das Staats­kranken­haus der Polizei über­stellt wird. Hier wird er durch die dem Wider­stand nahe­stehende Ärztin Charlotte Pommer versorgt, die jedoch Mitte September 1944 eine Rück­verlegung Herpichs in das Zellen­gefängnis nicht verhin­dern kann. Im April 1945 wird er wegen „Feind­begüns­tigung” angeklagt, die Verhand­lung vor dem „Volks­gerichts­hof” findet jedoch nicht mehr statt. Paul Herpich wird am 23. April 1945 aus der Haft entlassen.

Nach Kriegs­ende widmet er sich dem Wieder­aufbau des Familien­unter­nehmens.