Paul Herpich
9. März 1962, Berlin (West)
Paul Herpich absolviert eine kaufmännische Lehre im elterlichen Geschäft, dem Berliner Pelz- und Modehaus Herpich & Söhne. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt er 1944 die Geschäftsführung des Unternehmens. Seine Schwester Hanna ist seit 1941 mit Ludwig Gehre verheiratet, der dem Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht angehört.
Gehre wird am 2. März 1944 festgenommen, wenige Tage später gelingt ihm jedoch mit Unterstützung von Paul Herpich die Flucht. Herpich unterstützt seinen Schwager in den folgenden Monaten mit Geld und Lebensmitteln. Als nach dem 20. Juli 1944 verstärkt nach Gehre gefahndet wird, taucht im August auch Hanna Gehre unter, um einer drohenden Festnahme zu entgehen. Am 12. August werden ihre Mutter Elisabeth und ihre Töchter Renate und Hildegard in „Sippenhaft” genommen.
Paul Herpich wird am 13. August 1944 festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Ihm gelingt es, eine akute Blinddarmentzündung vorzutäuschen, so dass er am 25. August in das Staatskrankenhaus der Polizei überstellt wird. Hier wird er durch die dem Widerstand nahestehende Ärztin Charlotte Pommer versorgt, die jedoch Mitte September 1944 eine Rückverlegung Herpichs in das Zellengefängnis nicht verhindern kann. Im April 1945 wird er wegen „Feindbegünstigung” angeklagt, die Verhandlung vor dem „Volksgerichtshof” findet jedoch nicht mehr statt. Paul Herpich wird am 23. April 1945 aus der Haft entlassen.
Nach Kriegsende widmet er sich dem Wiederaufbau des Familienunternehmens.













