Karl Hermann
1. Oktober 1973, Eisenach
Karl Hermann absolviert eine Lehre als Maurer und Stuckateur, 1911 wird er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär und im folgenden Jahr Geschäftsführer des Bauarbeiterverbandes in Eisenach. Seit 1905 SPD-Mitglied, wird er 1913 in den Eisenacher Gemeinderat gewählt. Nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg wird er 1920 in den Thüringer Landtag gewählt, dem er von 1922 bis 1933 angehört. Zwischen 1921 und 1924 hat er das Amt des thüringischen Innenministers inne, 1926 wird er Bezirksleiter der gewerkschaftlichen Wohnungsbaugenossenschaft in Eisenach. Ab 1928 ist er für seine Partei Abgeordneter im Reichstag.
Bereits im Mai 1933 wird Karl Hermann für sechs Wochen in Haft genommen. Auch danach hält er die Kontakte zu seinen politischen Freunden aufrecht.
Nach Kriegsbeginn gehört er einer Widerstandsgruppe aus ehemaligen Kommunisten und Sozialdemokraten im thüringischen Erbstromtal an. Am 15. August 1944 wird er festgenommen, in den Zellenbau des KZ Ravensbrück überstellt und von der Gestapo zu seinen Verbindungen zu Wilhelm Leuschner verhört.
Am 19. Oktober 1944 wird Hermann in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert, von wo er am 19. Januar 1945 in das KZ Sachsenhausen gebracht wird. Ende April 1945 kann er auf dem Evakuierungsmarsch der KZ Häftlinge fliehen und überlebt das Kriegsende.
Im Juli 1945 wird er als Oberbürgermeister von Eisenach eingesetzt, ab 1948 hat er das gleiche Amt im thüringischen Mühlhausen inne.





