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Karl Hermann

28. November 1885, Unkeroda
1. Oktober 1973, Eisenach

Karl Hermann absol­viert eine Lehre als Maurer und Stucka­teur, 1911 wird er haupt­amt­licher Gewerk­schafts­sekre­tär und im fol­gen­den Jahr Ge­schäfts­führer des Bau­ar­beiter­verban­des in Eisenach. Seit 1905 SPD-Mit­glied, wird er 1913 in den Eisenacher Gemeinde­rat ge­wählt. Nach der Teil­nahme am Ersten Welt­krieg wird er 1920 in den Thüringer Land­tag ge­wählt, dem er von 1922 bis 1933 ange­hört. Zwischen 1921 und 1924 hat er das Amt des thüring­ischen Innen­minis­ters inne, 1926 wird er Bezirks­leiter der ge­werk­schaft­lichen Wohnungs­bauge­nossen­schaft in Eise­nach. Ab 1928 ist er für seine Partei Abge­ordneter im Reichs­tag. 

Bereits im Mai 1933 wird Karl Hermann für sechs Wochen in Haft genom­men. Auch danach hält er die Kon­takte zu seinen politi­schen Freun­den aufrecht. 

Nach Kriegs­beginn ge­hört er einer Wider­stands­gruppe aus ehe­maligen Kommu­nisten und Soziald­emo­kraten im thüring­ischen Erb­strom­tal an. Am 15. Au­gust 1944 wird er fest­genom­men, in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück über­stellt und von der Gestapo zu seinen Ver­bin­dungen zu Wil­helm Leusch­ner verhört. 

Am 19. Okto­ber 1944 wird Hermann in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­gelie­fert, von wo er am 19. Ja­nuar 1945 in das KZ Sach­sen­hausen ge­bracht wird. Ende April 1945 kann er auf dem Evaku­ierungs­marsch der KZ Häft­linge flie­hen und über­lebt das Kriegs­ende. 

Im Juli 1945 wird er als Ober­bürger­meister von Eise­nach ein­ge­setzt, ab 1948 hat er das gleiche Amt im thüring­ischen Mühl­hausen inne.

Portrait: Karl HermannKarl Hermann