Walter Heerlein
13. April 1945, Berlin-Plötzensee
Der Mechaniker Walter Heerlein ist Mitglied der KPD, der Roten Hilfe und gewerkschaftlich in der Revolutionären Gewerkschaftsopposition organisiert. 1930 lernt er seine spätere Frau Ella Vogt kennen, sie bekommen zwei Kinder und heiraten 1941.
Nach der Machtübernahme Hitlers ist er ein aktiver Gegner des NS-Regimes. Er knüpft die Verbindung zwischen der Widerstandsgruppe um Wilhelm Leist in der AEG-Turbinenfabrik und der Gruppe um Richard Weller bei der AEG in der Drontheimer Straße.
Walter Heerlein und seinen Kollegen gelingt es in unermüdlicher Kleinarbeit, die Verbindungen zu erweitern und den Widerstand durch Kontakte zu Gruppen in anderen AEG-Fabriken auf eine breitere Grundlage zu stellen. Heerlein hat unter anderem Kontakt zu Erwin Scholz, der in einer Gruppe am Stettiner Bahnhof mitarbeitet.
Beide AEG-Gruppen werden von der Gestapo enttarnt. Walter Heerlein wird am 22. Februar 1945 an seinem Arbeitsplatz festgenommen, im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert und während der Verhöre gefoltert. Das Kammergericht Berlin verurteilt ihn am 24. März 1945 mit sechs anderen Männern der Widerstandsgruppe zum Tode. Alle werden am 13. April 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Es lohnt sich, so glaube ich, eher als Kommunist zu sterben, als weitere Quälereien zu [er]tragen. Ich jedenfalls gehe gefasst meinen letzten Weg, wenn es sein muß, und mein letzter Gedanke soll Dir sowie der Sache gelten.
Walter Heerlein im Abschiedsbrief an seine Frau Ella, 20. März 1945
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01 Nr. 5414





