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Heinz Haushofer

19. Juni 1906, München
18. Februar 1988, Herrsching am Ammersee

Der zweite Sohn des ein­fluss­reichen Geo­poli­tikers Karl Haus­hofer studiert Agrar- und Volks­wirt­schaft in München. Er heiratet Adrienne Desportes, die nach der Geburt ihres zweiten Kindes stirbt. Nach seiner Promo­tion arbeitet er seit 1929 als wissen­schaft­licher Mit­arbei­ter im Büro der Baye­rischen Lan­des­bauern­kammer. Anschlie­ßend ist er beim „Reichs­nähr­stand” in Berlin beschäf­tigt, bis er 1937 Land­wirt­schaft­attaché an der Deut­schen Gesandt­schaft in Wien und Budapest wird. 

Er habil­itiert sich und wird 1938 zum Privat­dozen­ten an der Hoch­schule für Boden­kultur in Wien bestellt. Inzwi­schen ist er in zweiter Ehe mit Luise Renner ver­hei­ratet, mit der er drei weitere Kinder hat. Als Vater von fünf Kindern wird er vom Kriegs­dienst zurück­gestellt und kann weiter seiner Lehr­tätig­keit nach­gehen. 

Durch seinen Vater und Bruder ist Heinz Haus­hofer auch in agrar­politische Über­legun­gen für eine Zeit nach einem erfolg­reichen Umsturz ein­be­zogen, zudem hat er Kontakt zu Fritz-Diet­lof Graf von der Schulen­burg. 

Nach dem Umsturz­ver­such des 20. Juli 1944 wird er am 25. August 1944 fest­ge­nom­men und ab dem 7. September 1944 im Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. Dort wird am 13. Dezem­ber 1944 auch sein Bruder Albrecht Haushofer ein­ge­liefert, der – kurz nach der Ent­lassung seines Bruders am 22. April 1945 – einer Mord­aktion der Gestapo zum Opfer fällt.

Solange die Verneh­mungen durch die Geheime Staats­polizei dauerten, hatte der Häftling in der Lehrter­straße nicht die geringsten Kommu­nikations­mög­lich­keiten mit ,draußen'. ... Dieser Zustand änderte sich dann rasch, als nach dem Ende der Verneh­mungen die ,Haft­erleich­terungen' einset­zen konnten, die im Bezug einer Zeitung, dem Empfang und Schreiben von Briefen an die engsten Ange­hörigen, der Benutzung der Gefäng­nis­bibliothek und ganz besonders dem Gebrauch von Papier und Blei­stift bestanden. Ich schrieb also, neben Briefen an meine Frau, fünf Märchen für meine Kinder.

Heinz Haushofer über seine Haft im Zellengefängnis

Quelle: Heinz Haushofer, Mein Leben als Agrarier. Eine Autobiographie 1924–1978, München 1982, S. 134.