Ulrich von Hassell
8. September 1944, Berlin-Plötzensee
Der Jurist Ulrich von Hassell beginnt seine diplomatische Laufbahn 1909. Nach dem Ersten Weltkrieg wird er an Botschaften in verschiedenen europäischen Staaten versetzt und leitet seit 1932 die deutsche Botschaft in Rom. Er ist mit Ilse von Tirpitz verheiratet, mit der er zwei Töchter und zwei Söhne hat.
Von Anbeginn ist er entschiedener Kritiker von Hitlers Außenpolitik, weil er sicher ist, dass sie zum Krieg führt. Nach der Blomberg-Fritsch-Krise und der Ablösung des Außenministers Neurath durch Joachim von Ribbentrop wird Ulrich von Hassell am 17. Februar 1938 in den Wartestand versetzt.
Nach Kriegsbeginn nutzt er seine internationalen Verbindungen zu Gesprächen mit Vertretern Großbritannien und der USA. Er hofft nach einem gelungenen Staatsstreich auf einen baldigen Friedensschluss mit den westlichen Kriegsmächten. Gleichzeitig beteiligt er sich an den Planungen für die innenpolitischen Umsturzpläne von Carl Goerdeler, Ludwig Beck und Johannes Popitz. Nach einem gelungenen Umsturz soll er Außenminister werden.
Am 28. Juli 1944 nimmt ihn die Gestapo fest. Am 18. August wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem „Volksgerichtshof” wird er am 8. September 1944 zum Tode verurteilt und noch am selben Tage in Berlin-Plötzensee ermordet.








