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Alexander von Hase

5. Februar 1925, Zehrensdorf bei Wünsdorf
3. August 2004, Bad Rothenfelde

Alexander von Hase, der Sohn des Berliner Stadt­kom­man­danten Paul von Hase, studiert in Berlin Geschich­te. Sein Vater wird bereits am Abend des 20. Juli 1944 fest­ge­nommen und am 8. August 1944 in Ber­lin-Plötzen­see ermor­det. 

Gemein­sam mit seiner Mutter Marga­rethe von Hase und seiner Schwester Maria wird Alexan­der von Hase am 1. August in „Sippen­haft” genommen. Seine Mutter und seine Schwester werden in die Frauen­abtei­lung des Unter­suchungs­gefäng­nisses Berlin-Moa­bit und er in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße ein­ge­liefert. Sein erst sieben Jahre alter Bruder Fried­rich-Wilhelm wird in ein Kinder­heim nach Bad Sachsa ver­schleppt. 

Alexander von Hase unter­liegt einer strengen Einzel­haft ohne Schreib- und Lese­erlaub­nis oder die Mög­lichkeit zum Hof­gang. Als ein SS-Mann bei einer Zellenkontrolle zwei Bücher entdeckt, die ein anderer Bewacher von Hase trotz des Verbots hat zukommen lassen, übt dieser ihm gegen­über körper­liche Gewalt aus.  

Als er nach ungefähr zehn Wochen ent­lassen wird, erhält er gleich­zeitig seinen Ein­beru­fungs­befehl. Er absol­viert eine Ausbil­dung zum Panzer­grenadier in Däne­mark und erlebt dort das Kriegs­ende. Margarethe und Maria von Hase werden im Oktober 1944 aus der Haft ent­lassen.

Meine Zelle, ein Raum von etwa 10 qm, enthielt einen kleinen Tisch mit einem Schemel, auf dem ich, wie man mir schon am folgen­den Tag beibrachte, tags zu sitzen hätte. War es doch den Häft­lingen verboten, sich vor 22.00 Uhr auf ihr Bettge­stell zu legen. Über dem Tisch war eine Lampe von großer Hellig­keit angebracht, deren Schein während der Nacht auch auf den Kopf des Schlafenden fiel. ... Das Ver­halten meiner Bewacher war sehr unter­schied­lich ... Manche zeigten den Gefan­genen gegen­über sogar ein gewisses Mitge­fühl, andere begeg­neten ihnen mit großer Bruta­lität.

Alexander von Hase in einem Zeitzeugenbericht über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße

Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Alexander von HaseAlexander von Hase, 1944