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Franz Hartmann

29. November 1876, Ehrenbreitstein bei Koblenz
25. April 1955, München

Franz Hartmann ist ab 1924 geschäfts­füh­rendes Vor­stands­mitglied des Deutschen Katho­lischen Akade­miker­ver­bandes und der Künst­ler­vereini­gung „Sezes­sion”. Er gehört der Zen­trums­partei an und arbeitet in der katho­lischen Laien­ver­einigung „Katho­lische Aktion” eng mit Erich Klausener zusam­men, der 1934 ermordet wird. Seit 1932 Leiter der Kunst- und Kultur­abtei­lung des 1924 gegrün­deten Deutsch­land­senders, wird er 1933 ent­lassen. 

1937 zieht der Privatgelehrte nach München, wo er den für das Amt Aus­land/Abwehr im Ober­komman­do der Wehr­macht tätigen Marine­offizier Franz Maria Liedig kennen­lernt. Nach Kriegsbeginn stellt er für diesen Ver­bin­dungen zu katho­lischen Kreisen in Frank­reich sowie zum Vatikan her, um Mög­lich­keiten für Friedens­ver­hand­lungen mit den West­mächten zu son­dieren. Im August 1941 wird er wegen Spionage­ver­dachts festge­nommen und im Oktober 1942 aus der Gestapohaft entlas­sen, ohne dass es zu einer Anklage gekommen ist.  

Im Zuge der Ermitt­lungen gegen die Ver­schwörer­gruppe im Amt Aus­land/Abwehr wird Franz Hart­mann am 17. Juli 1943 erneut von der Gestapo festge­nommen und Ende Novem­ber in das KZ Sach­sen­hausen ver­schleppt. Nach dem geschei­terten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 wird er am 3. Novem­ber 1944 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße über­führt und erneut verhört. 

Am 23. April 1945 wird Franz Hartmann formal der Justiz über­stellt und zwei Tage später aus der Haft entlas­sen, von der er schwere gesund­heitliche Schäden und Erwerbs­unfähig­keit davon­trägt. Von April 1946 bis zu seinem Tod 1955 lebt er in München.  

Am 3.11.44 holte man mich dort [KZ Sachsen­hausen] ab und über­führte mich in das Zellen­gefäng­nis der Gestapo Berlin Lehrterstr. 3, um mir den Prozeß als Hoch- und Landes­verräter zu machen. Die Eroberung Berlins durch die Russen und meine dadurch erwirkte Befreiung verei­telten diesen Plan. Hunger, Kälte und die von 1941 bis 1945 erdul­deten seelischen und körper­lichen Qualen hatten meinen Körper und meine Nerven voll­kommen zer­rüttet, sodas [sic] ich mich nach meiner Befrei­ung sofort auf 6 Monate in das St. Hed­wigs-Kranken­haus Berlin, Große Ham­burgerstr. begeben mußte.

Eidesstattliche Erklärung von Franz Hartmann über die Folgen der Gestapohaft, 1. März 1946

Quelle: Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Entschädigungsakte Franz Hartmann, LEA 1440, S. 46.

Portrait: Franz HartmannFranz Hartmann, 1946