Maximilian von Hagen
22. September 1960, Berlin (West)
Der promovierte Historiker Maximilian von Hagen wird 1916 Pressereferent an der deutschen Gesandtschaft in Den Haag. Im Herbst 1920 kehrt er nach Berlin zurück und ist im Auswärtigen Amt zunächst mit der oberschlesischen Auslandsaufklärung betraut. In den folgenden Jahren ist er in verschiedenen Referaten des Auswärtigen Amtes tätig. Ab 1931 arbeitet er für die von Friedrich Meinecke und Hermann Oncken geleitete Historische Reichskommission sowie nach deren „Gleichschaltung” ab Mai 1933 für die neu geschaffene Arbeitsgemeinschaft für nachkriegsgeschichtliche Forschung. 1934 übernimmt er die Geschäftsführung der Zentralstelle für Nachkriegsgeschichte.
Bereits seit Ende der 1920er Jahre steht von Hagen in Kontakt mit dem Diplomaten Wilhelm Solf und arbeitet an dessen politischer Biografie mit. Nach dem Tod Solfs 1936 verkehrt von Hagen weiter im Haus der Witwe Johanna Solf und nimmt hier an einem Gesprächskreis Oppositioneller teil. Im Rahmen der Ermittlungen gegen diesen Kreis wird er am 24. Juli 1944 festgenommen und in den Zellenbau des Konzentrationslagers Ravensbrück gebracht.
Am 28. September wird er in das Gefängnis Tegel überstellt und am 7. Oktober in die Gestapo-Sonderabteilung des Gefängnisses Lehrter Straße 3 verlegt. Anfang November 1944 reicht der Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof” die Anklageschrift gegen Johanna Solf, Maximilian von Hagen und vier weitere Beschuldigte ein. Ein Prozess findet aufgrund der Kriegsentwicklung jedoch nicht mehr statt. Am 25. April 1945 wird von Hagen aus der Haft entlassen.
Nach Kriegsende ist Maximilian von Hagen erneut als Historiker tätig.















