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Maximilian von Hagen

6. Juli 1886, Gera
22. September 1960, Berlin (West)

Der promo­vierte Histo­riker Maximilian von Hagen wird 1916 Presse­referent an der deutschen Gesandt­schaft in Den Haag. Im Herbst 1920 kehrt er nach Berlin zurück und ist im Aus­wärtigen Amt zunächst mit der ober­schlesischen Auslands­aufklärung betraut. In den folgenden Jahren ist er in verschie­denen Refera­ten des Auswär­tigen Amtes tätig. Ab 1931 arbeitet er für die von Friedrich Meinecke und Hermann Oncken geleitete Histo­rische Reichs­kommission sowie nach deren „Gleich­schaltung” ab Mai 1933 für die neu geschaffene Arbeits­gemein­schaft für nachkriegs­geschicht­liche Forschung. 1934 über­nimmt er die Geschäfts­führung der Zentral­stelle für Nach­kriegs­geschichte. 

Bereits seit Ende der 1920er Jahre steht von Hagen in Kontakt mit dem Diplomaten Wilhelm Solf und arbeitet an dessen poli­tischer Biografie mit. Nach dem Tod Solfs 1936 ver­kehrt von Hagen weiter im Haus der Witwe Johanna Solf und nimmt hier an einem Gesprächs­kreis Opposi­tioneller teil. Im Rahmen der Ermitt­lungen gegen diesen Kreis wird er am 24. Juli 1944 festge­nommen und in den Zellen­bau des Konzen­trations­lagers Ravens­brück gebracht. 

Am 28. September wird er in das Gefäng­nis Tegel über­stellt und am 7. Oktober in die Gestapo-Sonder­abteilung des Gefäng­nisses Lehrter Straße 3 verlegt. Anfang November 1944 reicht der Oberreichs­anwalt beim „Volksge­richtshof” die Anklage­schrift gegen Johanna Solf, Maximilian von Hagen und vier weitere Beschul­digte ein. Ein Prozess findet aufgrund der Kriegs­entwick­lung jedoch nicht mehr statt. Am 25. April 1945 wird von Hagen aus der Haft entlassen. 

Nach Kriegs­ende ist Maximilian von Hagen erneut als Historiker tätig.

Portrait: Maximilian von HagenMaximilian von Hagen, nach 1945