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Fritz Hermann Goerdeler

6. März 1886, Schneidemühl (Piła)
1. März 1945, Berlin-Plötzensee

Fritz Goerdeler studiert Jura in Tü­bingen. 1913 be­ginnt er seine Verwal­tungs­tätigkeit im Kommunal­dienst in Remscheid. Im gleichen Jahr heiratet er seine Schwä­gerin Sabine Ulrich, aus der Ehe gehen vier Kinder hervor. Er nimmt als Ober­leutnant am Ersten Welt­krieg teil. Danach lässt er sich in Marien­werder als Rechts­anwalt nieder. Aus monar­chistischer Über­zeugung tritt er in die Deutsch­-Nationale Volks­partei ein und sitzt als Abge­ordneter von der zweiten bis zur fünften Wahl­periode im ost­preußischen Provinzial­land­tag. 1920 wird er zum Bürger­meister Marien­werders gewählt. Nach der Macht­übernahme der National­sozialisten gibt er seinen Posten als Bürger­meister auf und geht als Stadt­kämmerer nach Königs­berg. Beim deutschen Über­fall auf Polen im Jahr 1939 wird er als Haupt­mann einge­zogen und als Batterie­führer einge­setzt. Ende des Jahres 1941 stirbt seine Ehe­frau Sabine.

Fritz Goerdeler, der sei­nem älteren Bruder Carl Goerdeler sehr nahe steht, hat auch politisch ähnliche An­sichten. So ist er bereits früh über dessen oppo­sitionelle Tätig­keiten infor­miert und folgt ihm schließlich in den Wider­stand. Er über­nimmt die Auf­gabe, in Königs­berg Verbün­dete für den geplan­ten Staats­streich zu werben. Nach dem geschei­terten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 nimmt die Gestapo neben anderen Mit­gliedern der Familie auch Fritz Goerdeler fest. Er wird am 28. Oktober in die Gestapo-­Abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 einge­liefert.

Fritz Goerdeler wird im Februar 1945 vom „Volks­ge-richts­hof“ zum Tode verur­teilt und am 1. März 1945 in Berlin-­Plötzen­see ermor­det.

Reinhard Goerdeler, der sich in dem gleichen Gefängnis in Sippen­haft befand und dort als Kalfaktor einge­setzt war, schrieb über die Haltung seines Onkels in der Haft: ,... kein Wort der Angst, der Verzweiflung, sondern aufrechte Haltung, sie kam wohl aus seinem tiefen Glauben.'

Brief Reinhard Goerdelers an Annedore Leber vom 9. Januar 1955

Quelle: Privatbesitz

Portrait: Fritz Hermann GoerdelerFritz Hermann Goerdeler