Franz Göhr
März 1945, KZ Sachsenhausen
Franz Göhr wächst in einer sozialdemokratisch geprägten Familie auf und absolviert eine Lehre als Tischler. 1901 schließt er sich dem Deutschen Holzarbeiter-Verband und der SPD an. Während der Wanderschaft als Handwerksgeselle lernt er Ernst Schneppenhorst kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird. Ab 1926 ist Göhr als Berufsschullehrer in Nürnberg tätig, wird jedoch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ vom Dienst suspendiert und 1934 aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Im September 1939 wird er zum „Sicherheits- und Hilfsdienst“ eingezogen und als Schreibkraft im Nürnberger Polizeipräsidium eingesetzt. Ab 1940 ist er bei der Klöckner Eisenhandels GmbH eingesetzt.
Ende 1943 bittet ihn der in Berlin lebende Ernst Schneppenhorst, der in engem Kontakt mit Wilhelm Leuschner steht, Verbindung zu ehemaligen bayerischen Gewerkschaftsfunktionären aufzunehmen und diese für die Umsturzplanungen zu gewinnen.
Im August 1944 wird Franz Göhr festgenommen und zunächst in das Polizeigefängnis Nürnberg eingeliefert. Am 15. September 1944 wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 gebracht und von dort in den Zellenbau des KZ Ravensbrück verlegt. In Verhören in der Sicherheitspolizeischule Drögen wird er zu seinen Kontakten zu Leuschner und Schneppenhorst befragt und am 19. Oktober 1944 in die Lehrter Straße zurück verlegt.
Am 20. Februar wird er in das KZ Sachsenhausen überstellt, wo er im März schwer erkrankt und im Krankenbau des Lagers stirbt.


