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Franz Göhr

11. Februar 1884, Elbing (Elbląg)
März 1945, KZ Sachsenhausen

Franz Göhr wächst in einer sozial­demo­kratisch ge­prägten Familie auf und absol­viert eine Lehre als Tischler. 1901 schließt er sich dem Deutschen Holz­arbeiter­-Ver­band und der SPD an. Während der Wander­schaft als Hand­werks­geselle lernt er Ernst Schneppen­horst kennen, mit dem ihn eine lebens­lange Freund­schaft verbin­den wird. Ab 1926 ist Göhr als Berufs­schul­lehrer in Nürn­berg tätig, wird jedoch nach der Macht­übernahme der National­sozialis­ten wegen „poli­tischer Un­zuverlässig­keit“ vom Dienst suspen­diert und 1934 aus dem Beam­ten­ver­hältnis ent­lassen. Im Septem­ber 1939 wird er zum „Sicher­heits- und Hilfs­dienst“ einge­zogen und als Schreib­kraft im Nürn­berger Polizei­präsidium einge­setzt. Ab 1940 ist er bei der Klöckner Eisen­handels GmbH einge­setzt.

Ende 1943 bittet ihn der in Berlin leben­de Ernst Schneppen­horst, der in engem Kon­takt mit Wilhelm Leuschner steht, Verbin­dung zu ehe­maligen bayerisch­en Gewerk­schafts­funktio­nären aufzu­nehmen und diese für die Um­sturz­planungen zu ge­winnen. 

Im August 1944 wird Franz Göhr fest­genommen und zu­nächst in das Poli­zei­gefäng­nis Nürn­berg einge­liefert. Am 15. Septem­ber 1944 wird er in die Gestapo-­Abteilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ge­bracht und von dort in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück verlegt. In Ver­hören in der Sicher­heits­polizei­schule Drögen wird er zu seinen Kontak­ten zu Leuschner und Schneppen­horst befragt und am 19. Okto­ber 1944 in die Lehrter Straße zurück ver­legt. 

Am 20. Februar wird er in das KZ Sachsen­hausen über­stellt, wo er im März schwer er­krankt und im Kranken­bau des Lagers stirbt.

Portrait: Franz GöhrFranz Göhr