Erich Gloeden
30. November 1944, Berlin-Plötzensee
Erich Gloeden kommt in Berlin als Sohn des jüdischen Bronzegießereibesitzers Siegfried Loevy und dessen evangelischer Ehefrau Lina, geb. Lohmann, zur Welt. Er studiert Architektur, promoviert 1915 an der Technischen Hochschule Dresden und wird 1919 zum Regierungsbaumeister ernannt. 1938 heiratet er die Juristin Elisabeth-Charlotte Kuznitzky (genannt Liselotte).
Das Ehepaar unterstützt verfolgte Jüdinnen und Juden, besorgt gefälschte Pässe und Lebensmittel oder gewährt und organisiert Unterschlupf. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 verstecken sie den untergetauchen General der Artillerie Fritz Lindemann zunächst im Nachbarhaus, wo Liselotte Gloedens Mutter Elisabeth Kuznitzky wohnt, dann in ihrer eigenen Wohnung in Berlin-Charlottenburg.
Nach einer Denunziation stürmt ein Gestapo-Kommando am 3. September 1944 die Wohnung der Gloedens. Als Fritz Lindemann versucht, sich aus dem Fenster zu stürzen, schießen die Gestapo-Beamten auf ihn. Er stirbt am 22. September 1944 im Berliner Polizeikrankenhaus.
Liselotte und Erich Gloeden sowie Elisabeth Kuznitzky werden festgenommen. Erich Gloeden wird in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 gebracht und am 27. November 1944 gemeinsam mit seiner Ehefrau Liselotte und seiner Schwiegermutter Elisabeth Kuznitzky vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt.
Drei Tage später werden Erich und Elisabeth Gloeden sowie Elisabeth Kuznitzky im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.






