‹ zurück zur Übersicht

Otto Gimmler

16. Januar 1896, Kiel
8. Juli 1965, Berlin (West)

Otto Gimmler dient bis 1920 in der Reichs­wehr und tritt dann in den Dienst der Berliner Schutz­polizei, wo er einer tech­nischen Hundert­schaft angehört. 1924 geht er in die Privat­wirt­schaft und ist für ver­schie­dene Unter­nehmen der Auto­mobil­industrie tätig. 

Im September 1939 wird Otto Gimmler zur Wehr­macht ein­ge­zogen. Er nimmt als Kraftfahrt­offizier am West­feldzug teil, wird im März 1941 zum Haupt­mann beför­dert und über­nimmt im September desselben Jahres die Führung des Gleis­ketten- und Ersatzteil­lagers für Ein­heits­motoren in Berlin. 

Durch den später wegen seiner Betei­ligung am Um­sturz­versuch vom 20. Juli hinge­rich­teten Oberst Friedrich Jaeger lernt er 1941 den Haupt­mann Ludwig Gehre kennen. Gehre, der zum Verschwörer­kreis im Amt Aus­land/Abwehr im Ober­kom­mando der Wehr­macht gehört, kann nach seiner Fest­nahme im März 1944 fliehen und sich in den folgen­den Monaten mit Hilfe eines breiten Kreises von Unter­stützerin­nen und Unter­stützern verber­gen. Zu diesem Kreis gehört auch Otto Gimmler. 

Nach­dem Ludwig Gehre am 8. Novem­ber 1944 von der Gesta­po ergriffen worden ist und unter Folter die Namen seiner Helferin­nen und Helfer preis­gibt, wird Gimmler am 12. Novem­ber am Boden­see fest­ge­nommen. Am 20. Novem­ber 1944 wird er nach Berlin gebracht und am folgenden Tag in die Gestapo-Sonder­abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert. Am 19. April 1945 bekommt er die Anklage­schrift des Ober­reichs­anwalts beim „Volks­gerichts­hof” zu­gestellt. Der Prozess gegen ihn sowie weitere Unter­stützer Gehres findet aufgrund der Kriegs­entwick­lung nicht mehr statt. 

Otto Gimmler wird am 23. April formal der Justiz über­stellt und mit den letzten Häftlingen schließlich am 25. April aus der Haft ent­lassen. Nach Kriegs­ende ist er zunächst wieder in der Kraft­fahr­zeug­industrie tätig.

Portrait: Otto GimmlerOtto Gimmler, nach 1945