Otto Gimmler
8. Juli 1965, Berlin (West)
Otto Gimmler dient bis 1920 in der Reichswehr und tritt dann in den Dienst der Berliner Schutzpolizei, wo er einer technischen Hundertschaft angehört. 1924 geht er in die Privatwirtschaft und ist für verschiedene Unternehmen der Automobilindustrie tätig.
Im September 1939 wird Otto Gimmler zur Wehrmacht eingezogen. Er nimmt als Kraftfahrtoffizier am Westfeldzug teil, wird im März 1941 zum Hauptmann befördert und übernimmt im September desselben Jahres die Führung des Gleisketten- und Ersatzteillagers für Einheitsmotoren in Berlin.
Durch den später wegen seiner Beteiligung am Umsturzversuch vom 20. Juli hingerichteten Oberst Friedrich Jaeger lernt er 1941 den Hauptmann Ludwig Gehre kennen. Gehre, der zum Verschwörerkreis im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht gehört, kann nach seiner Festnahme im März 1944 fliehen und sich in den folgenden Monaten mit Hilfe eines breiten Kreises von Unterstützerinnen und Unterstützern verbergen. Zu diesem Kreis gehört auch Otto Gimmler.
Nachdem Ludwig Gehre am 8. November 1944 von der Gestapo ergriffen worden ist und unter Folter die Namen seiner Helferinnen und Helfer preisgibt, wird Gimmler am 12. November am Bodensee festgenommen. Am 20. November 1944 wird er nach Berlin gebracht und am folgenden Tag in die Gestapo-Sonderabteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 19. April 1945 bekommt er die Anklageschrift des Oberreichsanwalts beim „Volksgerichtshof” zugestellt. Der Prozess gegen ihn sowie weitere Unterstützer Gehres findet aufgrund der Kriegsentwicklung nicht mehr statt.
Otto Gimmler wird am 23. April formal der Justiz überstellt und mit den letzten Häftlingen schließlich am 25. April aus der Haft entlassen. Nach Kriegsende ist er zunächst wieder in der Kraftfahrzeugindustrie tätig.














