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Friedrich Georgi

2. Juli 1917, Berlin
17. März 1998, Berlin (West)

Friedrich Georgi wächst in Berlin in einem liberal-konser­vativen Eltern­haus auf und schließt sich früh der Bün­dischen Jugend­bewegung an. Nach seinem Abitur 1935 nimmt er von seinem ursprüng­lichen Berufs­wunsch Jurist Abstand und schlägt eine Offiziers­laufbahn ein. 

1942 heiratet er Rose­marie Olbricht, die Tochter von General Friedrich Olbricht, den er seit 1936 kennt. Als sein Schwieger­sohn ist der Major des General­stabs im Ober­kommando der Luft­waffe in die Vor­be­reitungen zum Umsturz­versuch einbe­zogen. 

Am 20. Juli 1944 gelingt Friedrich Georgi kurz vor Mitter­nacht die Flucht aus dem bereits abge­riegelten Bendler­block. Er wird am Abend des 24. Juli festge­nommen und nach einigen Tagen Haft in der Prinz-Albrecht-Straße 8 in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße verlegt. Am 25. Juli werden auch seine Frau Rosemarie, Eva Olbricht und weitere Angehörige in „Sippen­haft” genommen.  

Weil sich sein Dienst­chef General Walther von Axt­helm mit persön­lichen Beziehungen zu Göring unab­lässig um seine Frei­lassung bemüht und die Gestapo ihm seine Beteili­gung nicht nach­weisen kann, wird Friedrich Georgi Ende Oktober 1944 ohne Gerichts­verfah­ren aus der Haft ent­lassen. 

Noch kurz vor Kriegs­ende wird er bei seiner Kampf­truppe in Ober­bayern von einem Liqui­dations­kommando der Gesta­po aufge­sucht, das aber durch den Rück­halt seiner Soldaten zum Abzug gebracht wird.   

Eine arge Belästigung verur­sachten die Wanzen in der Haft­zelle, die einen bekanntlich nachts – bei Anstrah­lung durch den Schein­werfer und bei gefesselten Händen – besonders quälten. ... Jegliche Mittel zur Bekämp­fung der Wanzen­plage wurden ver­weigert. Da ent­schloss ich mich, meiner Forde­rung etwas Nach­druck zu verleihen. Bei der nächsten Verneh­mung kündigte ich an, dass ich das nächste Mal einige Wanzen mitbringen ... würde, wenn ich nicht endlich ein Mittel gegen die Wanzen bekäme. Das half! Kurz darauf konnte mir unser Kal­faktor ein Pulver und eine Flüssig­keit aushän­digen, mit denen ich die Brut­stätten der Wanzen in dem eisernen Bett­gestell beseitigen konnte.

Friedrich Georgi über die Wanzenplage im Zellengefängnis Lehrter Straße

Quelle: Friedrich Georgi, „Wir haben das letzte gewagt...” General Olbricht und die Verschwörung gegen Hitler, Freiburg im Breisgau 1990, S. 125.

Portrait: Friedrich GeorgiFriedrich Georgi