Holm Erttel
31. Dezember 1970, Garmisch-Partenkirchen
Holm Erttel wächst in Leipzig auf, beginnt nach dem Abitur ein Jurastudium und verbringt das erste Semester in Buenos Aires. Nach seiner Rückkehr tritt er sein Militärdienstjahr bei dem 2. Ulanenregiment Nr. 18 in Leipzig an, wechselt in den aktiven Militärdienst und nimmt am Ersten Weltkrieg teil. 1921 beendet er sein Studium mit Promotion in Frankfurt am Main. 1936 absolviert er ein Jahr als diplomatischer Kurier beim Auswärtigen Amt und tritt dann als Hauptmann in die Wehrmacht ein, wo er in der Berliner Wehrmachtskommandantur eingesetzt wird.
Seit 1942 ist er in die militärischen Umsturzpläne eingeweiht, zum gleichen Zeitpunkt wird er zum Oberstleutnant befördert und ist Adjutant des Berliner Stadtkommandanten Paul von Hase.
Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wird Erttel am 11. August 1944 festgenommen und im Gestapogebäude Französische Straße und ab Oktober in der Gestapo-Abteilung im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert. Der „Volksgerichtshof“ verurteilt ihn am 4. April 1945 zu sieben Jahren Zuchthaus. Am 21. April wird er wegen des Vormarschs der Roten Armee aus dem Gefängnis entlassen. Er gerät in sowjetische Gefangenschaft, kommt aber wegen gesundheitlicher Probleme nach kurzer Zeit wieder frei.
Holm Erttel engagiert sich in der Entnazifizierungskommission Berlin-Wilmersdorf und arbeitet als Hilfsreferent beim Senator für Sozialwesen in Berlin.


