‹ zurück zur Übersicht

Joseph Ersing

4. Februar 1882, Ochsenhausen
5. August 1956, Rottenmünster

Joseph Ersing abso­lviert eine Schreiner­lehre, die er 1899 mit der Ge­sellen­prüfung ab­schließt. Während der an­schlie­ßen­den Wander­schaft als Schreiner­ge­selle kommt er in Kon­takt zur christ­lichen Ar­beiter­bewe­gung und über­nimmt 1906 die Bezirks­leitung des Zen­tral­verban­des christ­licher Holz­arbeiter Deut­schlands in Mann­heim, später in Frankfurt/Main. 1911 wird er Sekre­tär des Gesamt­verban­des der christ­lichen Gewerk­schaf­ten für Süd­west­deut­schland. Ersing gehört der katho­lischen Deut­schen Zentrums­partei an und ist 1919/20 Ab­geord­neter der Wei­marer Na­tional­versamm­lung, an­schließend bis 1933 Reichs­tags­abgeord­neter. 

Im Juni 1933 wird Er­sing erst­mals für kurze Zeit in Haft ge­nom­men. Er hält je­doch die Ver­bin­dung zu ehe­maligen politischen Freun­den wie Eu­gen Bolz und Jakob Kaiser auf­recht und stellt den Kon­takt zwischen Bolz und Carl Goer­deler her. 

Nach dem 20. Juli 1944 wird er im Zu­ge der Ver­haf­tungs­aktion „Gewitter” am 5. Oktober 1944 fest­genom­men, nach Berlin ge­bracht und in der Gesta­po-Ab­teilung des Zel­len­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 in­haf­tiert. Am 19. Ok­to­ber wird er in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück über­stellt. An­fang Januar 1945 wird Er­sing in die Lehrter Stra­ße zu­rück­ge­bracht, auf­grund der Kriegs­ent­wick­lung kommt es jedoch nicht mehr zu ei­nem Pro­zess gegen ihn. Er wird am 20. April 1945 formal der Justiz über­stellt und fünf Tage später aus der Haft ent­lassen. 

Nach Kriegs­ende be­teiligt er sich an der Grün­dung der CDU in Würt­tem­berg-Baden und ge­hört von 1946 bis 1950 dem dor­tigen Land­tag an.

Portrait: Joseph ErsingJoseph Ersing