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Harry Drucker

12. Juni 1904, Berlin
7. Juni 1972, Berlin (West)

Zum Zeitpunkt der Macht­über­nahme der National­sozialis­ten ist Harry Drucker Geschäfts­führer zweier Bau­firmen in Berlin. Da er nach den „Nürn­berger Rassen­gesetzen” als „Halbjude“ gilt, ist er erheb­lichen wirtschaft­lichen und gesell­schaft­lichen Repres­salien ausge­setzt. Er ist gezwungen, unauf­fällig zu leben, kann seine als „arisch“ geltende Lebens­gefährtin nicht heiraten und das gemein­same Kind nicht offiziell anerkennen lassen. Um der Verfol­gung zu entgehen, ist er gezwun­gen, sich als Unter­stützer des natio­nal­sozialis­tischen Regimes zu tarnen. Über seinen Mitgesell­schafter Karl Arndt kommt Harry Drucker in Kon­takt mit Wider­stands­netz­werken. Infolge dieser Kontakte gerät er in den Fokus der Gestapo.

Am 23. Dezember 1944 wird Harry Drucker festge­nommen und in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße einge­liefert. Über seine Anwälte kann er die Verlegung in ein Konzen­trations­lager verhin­dern und erfährt, dass ein Ver­fahren wegen Wirt­schafts­spionage gegen ihn vorbe­reitet wird. Offen­bar lassen sich jedoch keine ausrei­chenden Beweise gegen ihn ermitteln und es kommt zu keiner Anklage. Am 27. Januar 1945 wird er in das Unter­suchungs­gefäng­nis Moabit über­führt und dort am 24. April von der Roten Armee befreit. 

Am 19. Mai 1945 heiratet Harry Drucker seine Lebens­gefährtin Hilde­gard Schittek. In der Nach­kriegszeit wirkt er an Ent­nazi­fizierungs­ver­fahren mit und unter­stützt die britischen Besatzungs­truppen bei Beschaf­fungs­aufgaben. 

Portrait: Harry DruckerHarry Drucker, nach 1945