Richard Drache
30. November 1952, Berlin (West)
Der Jurist Richard Drache ist ab 1908 als Landrichter in Bromberg und ab 1914 am Landgericht Magdeburg tätig. Anfang 1920 wird er zum Kammergerichtsrat in Berlin ernannt, nimmt aber kurz darauf seinen Abschied aus dem preußischen Staatsdienst, um die juristische Leitung der industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe seines Freundes Carl Wentzel-Teutschenthal zu übernehmen.
Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 wird Carl Wentzel-Teutschenthal wegen seines Kontaktes zu Carl Goerdeler festgenommen, vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und im Dezember 1944 im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Kurz nach der Verhaftung von Wentzel wird auch Richard Drache am 5. August 1944 von der Gestapo festgenommen. Am 7. Oktober 1944 wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Wegen einer Herzerkrankung wird Richard Drache nicht in ein Konzentrationslager überstellt. Am 21. April 1945, kurz vor der Befreiung durch die Rote Armee, wird er aus der Haft entlassen.

