Alfred Delp SJ
2. Februar 1945, Berlin-Plötzensee
Als ältester Sohn von sechs Kindern in einer gemischt-konfessionellen Ehe aufgewachsen, entscheidet sich Alfred Delp als Vierzehnjähriger für den Katholizismus. Während seiner Schulzeit am Bischöflichen Konvikt in Dieburg arbeitet er aktiv im Bund Neudeutschland mit. Nach einem Noviziat im Jesuitenorden studiert Delp Philosophie und ist anschließend Jugenderzieher im Internat des Jesuitenkollegs in Feldkirch und Präfekt am Jesuitenkolleg St. Blasien. Ab 1934 studiert Alfred Delp Theologie und empfängt im Juli 1937 die Priesterweihe.
Zwischen 1939 und ihrem Verbot 1941 ist Delp Redakteur der angesehenen katholischen Zeitschrift „Stimmen der Zeit", danach Rektor der Filialgemeinde St. Georg in München-Bogenhausen.
Durch die Vermittlung von Pater Augustin Rösch nimmt Delp im Frühjahr 1942 Kontakt zum Kreisauer Kreis auf und kann hier Grundlinien der katholischen Soziallehre in die Neuordnungspläne einfließen lassen. Delp stellt zudem Kontakte zwischen Münchener Widerstandskreisen und die Gruppe um Helmuth James Graf von Moltke her.
Pater Alfred Delp wird am 28. Juli 1944 in München festgenommen und Anfang August nach Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße gebracht, am 27. September 1944 wird er in das Gefängnis Tegel verlegt. Dort gelingt es seinem Mitbruder Franz von Tattenbach, ihm am 8. Dezember 1944 heimlich seine Professgelübde abzunehmen.
Alfred Delp wird am 11. Januar 1945 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Postum werden seine gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus der Haft, die von Marianne Pünder und Marianne Hapig aus dem Gefängnis geschmuggelt worden sind, unter dem Titel „Im Angesicht des Todes” veröffentlicht.




























