Edmund Danecki
27. Juni 1989
Edmund Danecki absolviert ein Studium an der Deutschen Hochschule für Politik sowie der Rechtswissenschaften. Von 1922 bis 1925 arbeitet er bei der von seinem Vater geleiteten Industriebank und bis 1936 beim Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden Berlins in der Rechtsabteilung. 1937 tritt er in die NSDAP und die SS ein, um die Assessorprüfung ablegen zu können und wird 1939 in der Berliner Dienststelle des „Generalgouvernements” tätig.
Edmund Danecki wird am 13. Dezember 1944 von der Gestapo wegen Kontakten zu Albrecht Haushofer festgenommen und im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Dort wird er als Kalfaktor eingesetzt. Seine Vernehmungen finden in einer Gestapodienststelle in der Meineckestraße 10 sowie im Flügel D des Zellengefängnisses statt, im Keller des Flügels B muss er Misshandlungen durch SS-Männer über sich ergehen lassen.
Aussagen von Mithäftlingen belegen, dass er sich im Gefängnis um rechtliche Belange seiner Mithäftlinge kümmert, beispielsweise Gnadengesuche aufsetzt. Edmund Danecki gehört zu den letzten Häftlingen, die am 25. April 1945 aus der Haft entlassen werden, nachdem sie zwei Tage zuvor formal der Justizverwaltung überstellt worden sind.
1945 ist Edmund Danecki einer der Mitbegründer der Berliner CDU, nachdem er von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD drei Monate in Haft genommen worden war. Anschließend lässt er sich in München als Rechtsanwalt nieder.
Dr. Danecki ist mir als typischer Antifaschist bekannt, der seine Überzeugung mit dem Einsatz seiner ganzen Person vertritt. Selbst noch im Gefängnis hat er sich verbotswidrig für die verschiedensten Belange der antifaschistischen Häftlinge aktiv eingesetzt und dadurch mit beitragen können, dass einigen das Leben gerettet worden ist.
Eberhard Plewe in einer eidesstattlichen Versicherung über Edmund Danecki, 20. Juli 1945
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 9966

