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Edmund Danecki

11. Oktober 1903, Berlin
27. Juni 1989

Edmund Danecki absolviert ein Studium an der Deutschen Hoch­schule für Politik sowie der Rechts­wissenschaften. Von 1922 bis 1925 arbeitet er bei der von seinem Vater geleiteten Industrie­bank und bis 1936 beim Gesamt­verband der katho­lischen Kirchen­gemeinden Berlins in der Rechts­abteilung. 1937 tritt er in die NSDAP und die SS ein, um die Assessor­prüfung ablegen zu können und wird 1939 in der Berliner Dienst­stelle des „General­gouverne­ments” tätig. 

Edmund Danecki wird am 13. Dezember 1944 von der Gestapo wegen Kontakten zu Albrecht Haushofer fest­genom­men und im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße inhaft­iert. Dort wird er als Kal­faktor ein­gesetzt. Seine Ver­neh­mun­gen finden in einer Gestapo­dienst­stelle in der Meinecke­straße 10 sowie im Flügel D des Zellen­ge­fäng­nisses statt, im Keller des Flügels B muss er Miss­handlun­gen durch SS-Männer über sich ergehen lassen. 

Aussagen von Mit­häft­lingen belegen, dass er sich im Gefäng­nis um rechtliche Belange seiner Mit­häft­linge kümmert, beispiels­weise Gnaden­gesuche auf­setzt. Edmund Danecki gehört zu den letzten Häft­lingen, die am 25. April 1945 aus der Haft entlassen werden, nach­dem sie zwei Tage zuvor formal der Justiz­ver­waltung über­stellt worden sind. 

1945 ist Edmund Danecki einer der Mitbegrün­der der Berliner CDU, nach­dem er von der sowje­tischen Geheim­polizei NKWD drei Monate in Haft genom­men worden war. Anschließend lässt er sich in München als Rechts­anwalt nieder.  

Dr. Danecki ist mir als typischer Anti­faschist bekannt, der seine Über­zeugung mit dem Einsatz seiner ganzen Person vertritt. Selbst noch im Gefängnis hat er sich verbots­widrig für die verschie­densten Belange der anti­faschis­tischen Häftlinge aktiv einge­setzt und dadurch mit beitragen können, dass einigen das Leben gerettet worden ist.

Eberhard Plewe in einer eidesstattlichen Versicherung über Edmund Danecki, 20. Juli 1945

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 9966