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Helmuth Cords

1. August 1919, Düsseldorf
10. Juni 1972, Princeton

Helmuth Cords wird nach dem Abitur 1937 zum Reichs­arbeits­dienst und anschlie­ßend zur Wehr­macht ein­gezogen. Im Juli 1943 wird er an der Ost­front schwer ver­wun­det und muss sich einer länge­ren Laza­rett­behandlung unter­ziehen. 

1944 lernt er im Haus seiner Verlobten Jutta Sorge, die er auf­grund ihrer jüdischen Herkunft nicht heiraten kann, Werner von Haeften kennen. Haeften, seit Novem­ber 1943 Adjutant von Claus Schenk Graf von Stauffen­berg beim Befehls­haber des Ersatz­heeres, erwirkt für Cords eine Komman­die­rung zum Allge­mei­nen Heeres­amt. Am 20. Juli 1944 ist Helmuth Cords für die Sicher­heit verant­wortlich und kontrolliert alle Aus- und Eingänge im Bendler­block. 

Der Hauptmann der Reserve wird am 21. Juli festge­nom­men, in das Reichs­sicher­heits­haupt­amt und von dort in die Gestapo-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 gebracht. Ende September werden er und weitere Häftlinge in das Gefängnis Tegel verlegt und nach einem schweren Luftangriff am 7. Oktober von dort wieder zurück in die Lehrter Straße. 

Ein zunächst für Oktober geplanter Prozess vor dem „Volks­gerichts­hof” gegen Helmuth Cords wird aufgrund weiterer Ermitt­lungen ver­schoben. Am 23. April 1945 wird er von der Gestapo formal der Justiz über­stellt und zwei Tage später aus der Haft ent­lassen. 

Nach Kriegs­ende setzt Helmuth Cords sein 1943 begon­nenes Chemie­studium fort und wandert 1952 mit seiner Frau Jutta, die er 1945 gehei­ratet hat, in die USA aus. Dort leitet er von 1959 bis 1965 im Squibb Institut einen chemi­schen Forschungs­bereich. 

Am 21. Juli wurde ich von der Gestapo, die das Haus Bend­lerstraße um­stellt und besetzt hatte, durch den ehe­maligen Sturm­bann­führer Skorczenny [sic] ver­haftet und zur Prinz-Albrecht­str. ab­geführt. Von dort aus kam ich in das Zellen­gefäng­nis Moabit, Lehrter Str. 3, Abt. Gestapo, wo ich bis auf eine 8-tägige Unter­brechung in der Strafanstalt Tegel bis zum Erscheinen der Roten Armee in Einzel­haft blieb. 3 Monate lang durfte ich weder schrei­ben noch lesen noch rauchen; während meiner über neun Monate an­dauernden Haft­zeit hatte ich keine Sprech­erlaubnis und durfte keinen Besuch empfangen.

Helmuth Cords über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01 Nr. 1263

Portrait: Helmuth CordsHelmuth Cords