Helmuth Cords
10. Juni 1972, Princeton
Helmuth Cords wird nach dem Abitur 1937 zum Reichsarbeitsdienst und anschließend zur Wehrmacht eingezogen. Im Juli 1943 wird er an der Ostfront schwer verwundet und muss sich einer längeren Lazarettbehandlung unterziehen.
1944 lernt er im Haus seiner Verlobten Jutta Sorge, die er aufgrund ihrer jüdischen Herkunft nicht heiraten kann, Werner von Haeften kennen. Haeften, seit November 1943 Adjutant von Claus Schenk Graf von Stauffenberg beim Befehlshaber des Ersatzheeres, erwirkt für Cords eine Kommandierung zum Allgemeinen Heeresamt. Am 20. Juli 1944 ist Helmuth Cords für die Sicherheit verantwortlich und kontrolliert alle Aus- und Eingänge im Bendlerblock.
Der Hauptmann der Reserve wird am 21. Juli festgenommen, in das Reichssicherheitshauptamt und von dort in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 gebracht. Ende September werden er und weitere Häftlinge in das Gefängnis Tegel verlegt und nach einem schweren Luftangriff am 7. Oktober von dort wieder zurück in die Lehrter Straße.
Ein zunächst für Oktober geplanter Prozess vor dem „Volksgerichtshof” gegen Helmuth Cords wird aufgrund weiterer Ermittlungen verschoben. Am 23. April 1945 wird er von der Gestapo formal der Justiz überstellt und zwei Tage später aus der Haft entlassen.
Nach Kriegsende setzt Helmuth Cords sein 1943 begonnenes Chemiestudium fort und wandert 1952 mit seiner Frau Jutta, die er 1945 geheiratet hat, in die USA aus. Dort leitet er von 1959 bis 1965 im Squibb Institut einen chemischen Forschungsbereich.
Am 21. Juli wurde ich von der Gestapo, die das Haus Bendlerstraße umstellt und besetzt hatte, durch den ehemaligen Sturmbannführer Skorczenny [sic] verhaftet und zur Prinz-Albrechtstr. abgeführt. Von dort aus kam ich in das Zellengefängnis Moabit, Lehrter Str. 3, Abt. Gestapo, wo ich bis auf eine 8-tägige Unterbrechung in der Strafanstalt Tegel bis zum Erscheinen der Roten Armee in Einzelhaft blieb. 3 Monate lang durfte ich weder schreiben noch lesen noch rauchen; während meiner über neun Monate andauernden Haftzeit hatte ich keine Sprecherlaubnis und durfte keinen Besuch empfangen.
Helmuth Cords über die Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01 Nr. 1263







