Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim
13. Juni 1945, Oranienburg
Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim tritt 1938 zur Vorbereitung auf das juristische Staatsexamen in die Kanzlei des Münchener Rechtsanwalts Josef Müller ein. Die beiden Männer verbindet ihre Ablehnung des Nationalsozialismus und ihre tiefe Verwurzelung im katholischen Glauben. Mit Kriegsbeginn wird Breidbach zur Wehrmacht eingezogen und ist in Frankreich und ab 1942 an der Ostfront eingesetzt. Er schildert Müller seine Kriegserlebnisse und berichtet von der Vernichtung der Juden und Behandlung der Zivilbevölkerung in der Sowjetunion. Müller leitet die Berichte mehrfach an Hans von Dohnanyi weiter.
Bei der Festnahme von Dohnanyi und Müller am 5. April 1943 werden die Berichte gefunden. Breidbach wird am 5. Mai 1943 festgenommen und in das Wehrmachtuntersuchungsgefängnis Lehrter Straße 58-61 gebracht. Als sich sein Gesundheitszustand verschlechtert, wird er in die Krankenabteilung des Gefängnisses in Berlin-Buch verlegt.
Im März 1944 findet die Verhandlung gegen Müller und Breidbach vor dem Reichskriegsgericht statt, die für beide mit einem Freispruch endet. Sie bleiben aufgrund der Intervention des Reichssicherheitshauptamtes jedoch in Haft. Als die Gestapo nach dem 20. Juli 1944 verstärkt gegen die Widerstandsgruppe im Amt Ausland/Abwehr ermittelt, wird Breidbach am 6. November in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 verlegt.
Am 20. Februar 1945 wird er in das KZ Sachsenhausen überstellt, wo sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechtert. Als das KZ am 22. April von Einheiten der Roten Armee befreit wird, kann er das Krankenrevier nicht mehr verlassen und stirbt dort am 13. Juni 1945.
Er lebte still in seiner Einsamkeit, zeigte eine sehr aufrechte Haltung und trug sein Geschick mit großer Ruhe und Fassung. Er blieb fast unberührt von dem Geschehen um ihn herum, und ich habe nur bei wenigen so wie bei ihm den sicheren, für jeden wohltuenden Eindruck gehabt, daß hier jemand – ohne sich aufzugeben – seinen Frieden und seine Zuversicht völlig in einem Höheren gefunden hatte.
Friedrich Sperl in einem Brief an Randolphs Mutter Maria-Anna von Breidbach-Bürresheim vom 6. August 1947
Quelle: Winfried Meyer (Hrsg.), Verschwörer im KZ. Hans von Dohnanyi und die Häftlinge des 20. Juli 1944 im KZ Sachsenhausen, Berlin 1999, S. 178f.



















