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Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim

10. August 1912, Bonn
13. Juni 1945, Oranienburg

Randolph Freiherr von Breid­bach-Bürres­heim tritt 1938 zur Vorbe­reitung auf das juris­tische Staats­examen in die Kanzlei des Münchener Rechts­anwalts Josef Müller ein. Die beiden Männer ver­bindet ihre Ablehnung des National­sozialis­mus und ihre tiefe Ver­wurzelung im katholischen Glau­ben. Mit Kriegs­beginn wird Breid­bach zur Wehr­macht einge­zogen und ist in Frank­reich und ab 1942 an der Ost­front einge­setzt. Er schildert Müller seine Kriegs­erlebnisse und berich­tet von der Ver­nichtung der Juden und Behand­lung der Zivil­bevöl­kerung in der Sowjet­union. Müller leitet die Berichte mehr­fach an Hans von Dohnanyi weiter. 

Bei der Fest­nahme von Dohnanyi und Müller am 5. April 1943 werden die Berichte gefunden. Breid­bach wird am 5. Mai 1943 fest­genom­men und in das Wehr­macht­unter­suchungs­gefäng­nis Lehrter Stra­ße 58-61 gebracht. Als sich sein Gesund­heits­zustand ver­schlechtert, wird er in die Kranken­abteilung des Gefäng­nisses in Berlin-Buch verlegt. 

Im März 1944 findet die Ver­hand­lung gegen Müller und Breid­bach vor dem Reichs­kriegs­gericht statt, die für beide mit einem Frei­spruch endet. Sie bleiben auf­grund der Inter­vention des Reichs­sicher­heits­haupt­amtes jedoch in Haft. Als die Gestapo nach dem 20. Juli 1944 ver­stärkt gegen die Wider­stands­gruppe im Amt Aus­land/Ab­wehr ermittelt, wird Breid­bach am 6. November in die Gestapo-­Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 verlegt. 

Am 20. Februar 1945 wird er in das KZ Sachsen­hausen überstellt, wo sich sein Gesund­heits­zustand weiter ver­schlechtert. Als das KZ am 22. April von Ein­heiten der Roten Armee befreit wird, kann er das Kranken­revier nicht mehr ver­lassen und stirbt dort am 13. Juni 1945.

Er lebte still in seiner Einsam­keit, zeigte eine sehr aufrechte Haltung und trug sein Geschick mit großer Ruhe und Fassung. Er blieb fast unberührt von dem Geschehen um ihn herum, und ich habe nur bei wenigen so wie bei ihm den sicheren, für jeden wohl­tuenden Eindruck gehabt, daß hier jemand – ohne sich aufzu­geben – seinen Frieden und seine Zuversicht völlig in einem Höheren gefunden hatte.

Friedrich Sperl in einem Brief an Randolphs Mutter Maria-Anna von Breidbach-Bürresheim vom 6. August 1947

Quelle: Winfried Meyer (Hrsg.), Verschwörer im KZ. Hans von Dohnanyi und die Häftlinge des 20. Juli 1944 im KZ Sachsenhausen, Berlin 1999, S. 178f.

Portrait: Randolph Freiherr von Breidbach-BürresheimRandolph Freiherr von Breid­bach-Bürres­heim, 1942