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Odilo Braun OP

18. November 1899, Danzig (Gdańsk)
9. August 1981, Braunschweig

Odilo Braun, der sich schon früh der katho­lischen Jugend­bewe­gung ange­schlos­sen hat, tritt 1926 in den Domi­nika­ner­orden ein. Er studiert Philo­so­phie und Theo­logie und wird im Februar 1933 in Köln zum Priester geweiht. Neben seiner Tätig­keit als Volks­missio­nar über­nimmt er 1936 die Leitung des Alber­tus-Mag­nus-Ver­lages in Vechta, dessen Schließung durch die Natio­nal­sozia­lis­ten er jedoch nicht ver­hin­dern kann. 

Wegen einer regime­kritischen Predigt erhält er 1937 von der Gestapo eine Ver­war­nung. 1938 wird ihm die Aufgabe des Provinz­syn­dikus in Köln über­tragen, 1940 wird er General­sekre­tär der Supe­rioren-Ver­eini­gung in Berlin, einem Zu­sam­men­schluss der Höheren missio­narischen Orden in Deutsch­land, für dessen Selbst­auf­lösung er sich 1941 ein­setzt, um einem Ver­bot zuvor­zu­kommen. Dem anschlie­ßend gegrün­deten Aus­schuss für Ordens­an­gele­gen­heiten gehört Braun seit seiner Kons­ti­tuierung an. 

Braun steht mit ver­schie­denen Wider­stands­kreisen, besonders mit vielen Ange­hörigen des Kreisauer Kreises, in Ver­bin­dung. Nach dem geschei­terten Um­sturz­ver­such wird er am 27. Oktober fest­genom­men und im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. Mehr­fach wird Odilo Braun verhört und dabei miss­handelt. Während der Haft­zeit steht er seinen Mit­ge­fan­genen als Seel­sorger bei und kann in der Zelle die Heilige Messe feiern. Am 12. Februar 1945 wird er aus der Haft ent­lassen.

Zwischen 1945 und 1958 ist er Gefäng­nis­seel­sorger in Berlin und hat zwischen 1946 und 1948 den Vor­sitz von vier Ent­nazi­fizie­rungs­kommis­sionen inne. Ab 1950 ist er als Seel­sorger mit der Flücht­lings­betreu­ung in Berlin und Uelzen betraut. Als Kura­toriums­mit­glied der Stiftung „Hilfs­werk 20. Juli 1944” prägt er von 1968 bis zu seinem Tod 1981 maß­geblich die öffent­lichen Gedenk­ver­an­stal­tungen zum 20. Juli und leitet die jähr­lichen Gottes­dienste in Plötzen­see. 

Manchmal tat ich Dienst neben ihm. Es hatte begonnen in den Gängen der Lehrter Straße 3. Der Mitge­fangene verschaffte mir Oblaten, ich gab ihm von dem Wein aus Ernst von Harnacks Todes­zelle. Und jeder konnte seinen Gottes­dienst mit und für die Kameraden begehen. ... [D]as Bild unbe­zwing­barer Treue zu den Heim­gesuchten bleibt unaus­gelöscht.

Eberhard Bethge über Odilo Braun OP in seinem Nachruf vom 13. August 1981

Quelle: Archiv Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944

Portrait: Odilo Braun OPOdilo Braun OP