Gottfried Bourquin
2. Februar 1966, Berlin (West)
Gottfried Bourquin wird als Sohn eines Präses der Mission der Herrnhuter Brüdergemeine in Nain/Kanada geboren und kommt 1889 nach Deutschland. Nach seinem Studium am Theologischen Seminar der Herrnhuter Brüderunität in Gnadenfeld ist er als Lehrer und nach seiner Ordination 1911 als Pfarrer in Gossow im Landkreis Königsberg tätig.
1923 wird er auf die zweite Pfarrstelle der Gemeinde St. Paul nach Berlin-Gesundbrunnen berufen und baut dort die Jugend- und Sportarbeit auf. Für kirchenferne Arbeiterkreise des Bezirks Wedding organisiert er Gesprächsabende, zu denen er unter anderem religiöse Sozialisten einlädt.
Nach 1933 gehört Gottfried Bourquin dem Pfarrernotbund an, hält sich politisch jedoch eher im Hintergrund. Durch den Druck der in der Gemeinde dominierenden „Deutschen Christen” muss er seine Gesprächskreise einstellen und wird 1934 als Jugendpfarrer abgesetzt.
Gottfried Bourquin wird am 22. Februar 1945 festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Gefängnisses Lehrter Straße eingeliefert, jedoch bereits drei Tage später wieder aus der Haft entlassen.
Ab 1946 ist Gottfried Bourquin wieder als Pfarrer in Berlin-Wedding tätig.


