‹ zurück zur Übersicht

Gottfried Bourquin

12. Januar 1884, Nain
2. Februar 1966, Berlin (West)

Gott­fried Bourquin wird als Sohn eines Präses der Mission der Herrn­huter Brü­der­gemeine in Nain/Kana­da geboren und kommt 1889 nach Deutsch­land. Nach seinem Studium am Theo­logi­schen Seminar der Herrn­huter Brü­der­unität in Gnaden­feld ist er als Lehrer und nach seiner Ordina­tion 1911 als Pfarrer in Gossow im Land­kreis Königs­berg tätig. 

1923 wird er auf die zweite Pfarr­stelle der Gemein­de St. Paul nach Berlin-Gesund­brunnen berufen und baut dort die Jugend- und Sport­arbeit auf. Für kirchen­ferne Arbeiterkreise des Bezirks Wedding organisiert er Gesprächs­abende, zu denen er unter anderem reli­giöse Sozia­lis­ten ein­lädt. 

Nach 1933 gehört Gottfried Bourquin dem Pfarrer­not­bund an, hält sich politisch jedoch eher im Hinter­grund. Durch den Druck der in der Gemeinde domi­nieren­den „Deutschen Chris­ten” muss er seine Gesprächs­kreise ein­stellen und wird 1934 als Jugend­pfarrer abge­setzt. 

Gottfried Bourquin wird am 22. Februar 1945 fest­genom­men und in die Ges­tapo-Abtei­lung des Gefäng­nisses Lehrter Straße ein­ge­liefert, jedoch bereits drei Tage später wieder aus der Haft ent­lassen. 

Ab 1946 ist Gottfried Bourquin wieder als Pfarrer in Berlin-Wedding tätig.

Portrait: Gottfried BourquinGottfried Bourquin