Hasso von Boehmer
5. März 1945, Berlin-Plötzensee
Hasso von Boehmer beginnt 1923 seine militärische Karriere als Offiziersanwärter beim 9. Potsdamer Infanterie-Regiment. Der Oberstleutnant im Generalstab nimmt nach Beginn des Zweiten Weltkrieges am Polen- und am Westfeldzug teil und wird mehrfach verwundet. 1943 wird er durch seinen Freund Henning von Tresckow für die Ziele der Widerstandsgruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler gewonnen. Boehmer stellt sich für den geplanten Staatsstreich als Verbindungsoffizier im Wehrkreis XX (Danzig) zur Verfügung.
Am Tag des Umsturzversuches ist Hasso von Boehmer jedoch nicht in Danzig und kehrt erst gegen Abend von einer Dienstreise dorthin zurück. Auch sein Vorgesetzter, der Befehlshaber des Wehrkreiskommandos XX General Bodewin Keitel, ein Bruder des Generalfeldmarschalls Wilhelm Keitel, ist an diesem Tag auf einer Dienstreise. Nachdem er über den Rundfunk von dem gescheiterten Anschlag erfahren hat, kehrt Bodewin Keitel sofort nach Danzig zurück. Im weiteren Verlauf des Abends gehen im Wehrkreiskommando Fernschreiben der Verschwörer aus Berlin ein, in denen Hasso von Boehmer als Verbindungsoffizier für den Wehrkreis XX genannt wird. Dieser wird sofort aus einer privaten Abendgesellschaft in das Wehrkreiskommando befohlen und dort festgenommen.
Noch am selben Abend wird Hasso von Boehmer in ein Danziger Gefängnis eingeliefert, wenige Tage später nach Berlin in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 gebracht. Ende September 1944 wird er mit anderen Häftlingen in das Zuchthaus Tegel verlegt, nach einem schweren Luftangriff am 7. Oktober 1944 jedoch wieder in das Zellengefängnis zurückgebracht. Im Januar 1945 wird der in der Haft schwer erkrankte Hasso von Boehmer in den Krankenbau des KZ Sachsenhausen verlegt.
Am 5. März 1945 wird er vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.










