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Hasso von Boehmer

9. August 1904, Berlin
5. März 1945, Berlin-Plötzensee

Hasso von Boehmer beginnt 1923 seine mili­tärische Karriere als Offiziers­anwär­ter beim 9. Potsdamer Infan­terie-Regi­ment. Der Oberst­leutnant im General­stab nimmt nach Beginn des Zwei­ten Welt­krieges am Polen- und am West­feld­zug teil und wird mehr­fach ver­wundet. 1943 wird er durch seinen Freund Henning von Tresckow für die Ziele der Wider­stands­gruppen um Ludwig Beck und Carl Goerdeler ge­wonnen. Boehmer stellt sich für den ge­planten Staats­streich als Verbin­dungs­offizier im Wehrkreis XX (Danzig) zur Verfügung.

Am Tag des Umsturz­versuch­es ist Hasso von Boehmer jedoch nicht in Danzig und kehrt erst gegen Abend von einer Dienst­reise dorthin zurück. Auch sein Vorge­setzter, der Befehls­haber des Wehr­kreis­komman­dos XX General Bodewin Keitel, ein Bruder des General­feld­mar­schalls Wilhelm Keitel, ist an diesem Tag auf einer Dienst­reise. Nachdem er über den Rund­funk von dem geschei­terten An­schlag erfahren hat, kehrt Bodewin Keitel sofort nach Danzig zurück. Im weiteren Verlauf des Abends gehen im Wehr­kreis­kommando Fern­schreiben der Ver­schwörer aus Berlin ein, in denen Hasso von Boehmer als Ver­bindungs­offizier für den Wehr­kreis XX genannt wird. Dieser wird sofort aus einer priva­ten Abend­gesell­schaft in das Wehr­kreis­kommando befohlen und dort fest­genommen. 

Noch am selben Abend wird Hasso von Boehmer in ein Danziger Gefäng­nis eingeliefert, wenige Tage später nach Berlin in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 gebracht. Ende September 1944 wird er mit anderen Häft­lingen in das Zucht­haus Tegel verlegt, nach einem schweren Luft­angriff am 7. Oktober 1944 jedoch wieder in das Zellen­gefängnis zurück­gebracht. Im Januar 1945 wird der in der Haft schwer er­krankte Hasso von Boehmer in den Kranken­bau des KZ Sachsen­hausen verlegt.

Am 5. März 1945 wird er vom „Volks­gerichts­hof“ zum Tode verur­teilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzen­see ermor­det.

Portrait: Hasso von BoehmerHasso von Boehmer