Hans-Jürgen Graf von Blumenthal
13. Oktober 1944, Berlin-Plötzensee
Hans-Jürgen Graf von Blumenthal engagiert sich vor 1933 in der konservativen Wehrorganisation „Stahlhelm” und wird 1934 automatisch als Sturmbannführer in die Reiter-SA übernommen, der er bis zu seinem Eintritt in die Wehrmacht 1935 angehört.
Bereits 1938 zählt er zu jener militärischen Verschwörergruppe, die auf Betreiben von Hans Oster und Erwin von Witzleben im Falle eines Staatsstreichs Hitler verhaften soll. Die Ziele dieser Gruppe sind zunächst auf die Verhinderung eines drohenden Krieges gerichtet und scheitern nach dem Abschluss des Münchener Abkommens. Hans-Jürgen Graf von Blumenthal bleibt mit den Widerstandskreisen im Amt Ausland/Abwehr und mit der militärischen Opposition in Kontakt.
1939 heiratet er Cornelia Knies, geborene von Schnitzler, 1941 wird der Sohn Hubertus geboren. Nach einer schweren Verwundung stellt sich Blumenthal den Verschwörern im Allgemeinen Heeresamt als Verbindungsoffizier im Wehrkreis II (Stettin) zur Verfügung.
Drei Tage nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 wird er von der Gestapo festgenommen und zunächst im „Hausgefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 inhaftiert, wo er bei den folgenden Vernehmungen schwer gefoltert wird.
Nach mehrfachen Verlegungen wird er am 7. Oktober 1944 in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Hans-Jürgen Graf von Blumenthal wird am 13. Oktober 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis Plötzensee ermordet.
Graf von Blumenthal war von Wanzen so zerstochen, daß sein Gesicht ganz geschwollen war. Man hat ihn nach sehr kurzer Zeit umgebracht.
Theodor Steltzer über Hans-Jürgen Graf von Blumenthal während einer gemeinsamen Überführung vom Zellengefängnis in die Prinz-Albrecht-Straße zur Vernehmung
Quelle: Theodor Steltzer, Sechzig Jahre Zeitgenosse, München 1966, S. 166.


























