Arnold Bistrick
11. März 1989, Vatterstetten
Arnold Bistrick wächst als Sohn eines Uhrmachers und Juweliers in Königsberg auf und betreibt nach einer Uhrmacherlehre und einem Studium der Wirtschaftswissenschaften verschiedene Geschäftsbetriebe, darunter das familiäre Uhren- und Juweliergeschäft in Königsberg.
Nach der Machtübernahme Hitlers unterhält er eine geheime Oppositionsgruppe und wird am 4. Juli 1935 von der Gestapo wegen „staatsfeindlicher Betätigung” für sieben Wochen in „Schutzhaft” genommen. Über seinen Onkel, den Baurat Walther Schwartz, lernt Arnold Bistrick um 1935 Carl Goerdeler kennen. Er stellt ihm seine Wohnung für Treffen zur Verfügung und übermittelt nach Kriegsbeginn, in dem er als Infanterist an der Ostfront eingesetzt ist, mündliche Nachrichten.
Am 30. Dezember 1944 wird er festgenommen und einen Tag später in Berlin in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert und mehrfach verhört. Am Abend des 21. April 1945 wird Arnold Bistrick mit zehn weiteren Gefangenen aus der Haft entlassen.
Nach Kriegsende sucht er seine wirtschaftliche Existenz wiederaufzubauen in Stuttgart und später in Bayern.
Am 30.12.44 wurde ich auf Befehl des OKH ... an der Front festgenommen, ans Reichs-Sicherheits-Hauptamt ... ausgeliefert und aus dem aktiven Wehrdienst ... ausgeschlossen. Am 21.4.45 abends kam ich dank der Nervosität der SS-Führung infolge des russischen Artillerie-Beschusses aus dem Gestapo-Gefängnis Lehrterstraße frei, bevor es zur Volksgerichtsverhandlung gegen mich gekommen war. Durch diese Haft war ich gehindert, meine Betriebe auch nur ansatzweise zu verlagern; Folge: wirtschaftlicher Totalverlust.
Arnold Bistrick über seine Festnahme und die Freilassung am 21. April 1945, 1. November 1945
Quelle: Archiv der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944









