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Arnold Bistrick

14. Juli 1910, Königsberg (Kaliningrad)
11. März 1989, Vatterstetten

Arnold Bistrick wächst als Sohn eines Uhr­machers und Juweliers in Königs­berg auf und betreibt nach einer Uhr­macher­lehre und einem Studium der Wirt­schafts­wissen­schaften verschie­dene Geschäfts­betriebe, darunter das familiäre Uhren- und Juwelier­geschäft in Königsberg.  

Nach der Macht­über­nahme Hitlers unterhält er eine geheime Oppo­sitions­gruppe und wird am 4. Juli 1935 von der Gestapo wegen „staats­feind­licher Betäti­gung” für sieben Wochen in „Schutz­haft” genommen. Über seinen Onkel, den Baurat Walther Schwartz, lernt Arnold Bistrick um 1935 Carl Goerdeler kennen. Er stellt ihm seine Wohnung für Treffen zur Ver­fügung und über­mittelt nach Kriegs­beginn, in dem er als Infan­terist an der Ost­front einge­setzt ist, mündliche Nach­richten.      

Am 30. Dezember 1944 wird er festge­nommen und einen Tag später in Berlin in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 einge­liefert und mehrfach verhört. Am Abend des 21. April 1945 wird Arnold Bistrick mit zehn weiteren Gefan­genen aus der Haft ent­lassen. 

Nach Kriegs­ende sucht er seine wirt­schaft­liche Existenz wieder­aufzu­bauen in Stuttgart und später in Bayern.  

Am 30.12.44 wurde ich auf Befehl des OKH ... an der Front festge­nommen, ans Reichs-Sicher­heits-Haupt­amt ... ausge­liefert und aus dem aktiven Wehr­dienst ... ausge­schlossen. Am 21.4.45 abends kam ich dank der Nervosität der SS-Führung infolge des russischen Artillerie-Beschusses aus dem Gestapo-Gefäng­nis Lehrter­straße frei, bevor es zur Volks­gerichts­verhand­lung gegen mich gekommen war. Durch diese Haft war ich gehindert, meine Betriebe auch nur ansatz­weise zu verlagern; Folge: wirt­schaftlicher Total­verlust.

Arnold Bistrick über seine Festnahme und die Freilassung am 21. April 1945, 1. November 1945

Quelle: Archiv der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944

Portrait: Arnold BistrickArnold Bistrick, um 1945