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Peter Bielenberg

13. Dezember 1911, Hamburg
12. März 2001, Wexford

Peter Bielen­berg wächst in wohl­habenden Ver­hält­nissen in Ham­burg auf und schlägt wie sein Vater eine juris­tische Lauf­bahn ein. Als Rechts­referen­dar ver­weigert er den Treue­eid auf Hitler. 1934 lernt er Adam von Trott zu Solz kennen, der sein engster Freund wird. Im gleichen Jahr hei­ratet er die Britin Christabel Burton, mit der er eine Familie gründet.    

1938 über­nimmt Peter Bielen­berg zunächst die Kanzlei seines Vaters, folgt dann jedoch von Trotts Über­zeugung, dass Wider­stand gegen das NS-Regime aus dem Staats­apparat heraus nötig sei, und nimmt eine Stelle im Berliner Wirt­schafts­minis­terium an. Im Sommer 1939 ver­suchen beide - von Trott als Mitar­beiter des Aus­wär­tigen Amtes - Hitler von der Kriegs­ent­schlos­sen­heit der Alli­ierten zu über­zeugen. Nach dem Über­fall auf die Sowjet­union von der Genera­lität enttäuscht, distan­ziert sich Bielenberg vom Wider­stand und leistet Hilfe im persön­lichen Umfeld.  

Nach dem Umsturz­ver­such vom 20. Juli 1944 wird er am 6. August 1944 von der Gestapo in Graudenz festge­nommen und Mitte September 1944 in das Berliner Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 über­führt. Am 4. Oktober wird er in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück über­stellt. 

Nach Inter­vention seiner Frau, die im Reichs­sicher­heits­haupt­amt vor­spricht, wird Peter Bielen­berg Mitte Februar 1945 aus der Haft in ein Straf­bataillon ent­lassen und kann sich bis Kriegs­ende im Schwarz­wald ver­stecken.

1947 ziehen die Bielen­bergs nach Irland und beginnen im Süd­osten ein Land­gut zu bewirt­schaf­ten, das Treff­punkt wird von Hinter­blie­benen.        

Die meisten Verhöre waren nachts in der Prinz-Albrecht-Straße, dieje­nigen, die danach noch gehen konnten, nun ja, die sind zurück­gegangen – die andern wurden in einer Decke in ihre Zelle zurück­getragen – und einfach hinein­geschmissen. ... [I]ch glaube, daß mir zum ersten­mal seit 1933 meine juristische Schulung geholfen hat. Ich habe Stunden damit zuge­bracht, mir seine Fragen und meine Antworten ... einzu­prägen, meine Antwor­ten mußten immer die gleichen sein.

Peter Bielenberg über die Gestapoverhöre während der Haft im Zellengefängnis

Quelle: Christabel Bielenberg, Als ich Deutsche war 1934–1945. Eine Engländerin erzählt, München 1969, S. 290.

[T]rotz jeder möglichen Fehl­infor­mation konnte es keinen Zweifel geben, daß die Alli­iierten wirklich voran­kamen. ... Nicht wissen konnten sie, daß die Gefäng­nisse voll waren von Menschen, die bereits ver­urteilt waren oder noch auf ihren Prozeß warteten. Menschen, die gebraucht werden würden, wenn der Krieg vorbei war, und deren einzige Chance zu über­leben von der Geschwin­digkeit der vor­rücken­den Panzer abhing.

Chris Bielenberg nach der Festnahme ihres Mannes im August 1944

Quelle: Christabel Bielenberg, Als ich Deutsche war 1934–1945. Eine Engländerin erzählt, München 1969, S. 173.

Portrait: Peter BielenbergPeter Bielenberg, 1930er Jahre