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Hans Beusch

27. Februar 1889, Quednau (Sewernaja Gora)
22. November 1960, Essen

Hans Beusch arbeitet nach einem Medizin­studium ab 1919 im Gesund­heits­dienst der Stadt König­sberg und über­nimmt 1926 die Lei­tung der Ab­teilung Gesund­heits­fürsorge des städtischen Wohl­fahrts­amtes. Während dieser Zeit lernt er Carl Goerdeler kennen, dem er 1930 nach Leip­zig folgt. Hier über­nimmt Beusch als Stadt­rat die Ver­wal­tung des öffent­lichen Gesund­heits­wesens. Seit 1924 ist er mit Freda Gennrich ver­heiratet, aus der Ehe gehen drei Kinder hervor. 1938 geht er nach Essen, wo er die Lei­tung der ärztlichen und sozialen Ein­rich­tungen des Krupp-Kon­zerns über­nimmt. Auch in dieser Zeit steht er in engem Kon­takt zu Carl Goerdeler. 

Nach dem Schei­tern des Um­sturz­versuchs vom 20. Juli 1944 und der Flucht Goerdelers wird Beusch von der Gestapo mehr­fach ver­hört und zeit­weise über­wacht. Am 23. Dezember 1944 wird er in Calden­hof bei Hamm fest­genom­men, nach Berlin ge­bracht und in die Gestapo-Ab­teilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße einge­liefert. 

Im März 1945 wer­den ihm der Haft­befehl und die An­klage­schrift des Ober­reichs­anwalts beim „Volks­ge­richts­hof” zu­gestellt. Beusch wird vor­ge­worfen, Kennt­nis von den Um­sturz­planungen gehabt und diese nicht ange­zeigt zu haben. Ob­wohl aus Mangel an Bewei­sen frei­gesprochen, wird er nach seiner Ver­handlung vor dem „Volks­gerichts­hof” wieder in die Lehrter Straße 3 ge­bracht und erst am 21. April 1945 aus der Haft ent­lassen. Im Septem­ber 1945 kehrt er zu seiner Familie zu­rück und nimmt im Dezem­ber seine Tätig­keit bei der Krupp AG wieder auf, wo er großen Anteil am Wieder­aufbau des Kruppschen Sozial­werkes hat.

Unglaublich roh hat der Sanitäts­dienst an mir gehandelt. Infolge der Gefängnis­kost bekam ich einen schweren Rückfall meines Magen­geschwür­leidens, litt unter den heftigsten Schmerzen und war außer­stande, irgend etwas zu essen. Die von mir beantragte fach­ärztliche bzw. Kranken­haus­behand­lung wurde abgelehnt, weil angeblich kein ausreichen­der Befund vorlag und meine Beschwerden für Simulation gehalten wurden. … Ich blieb ohne jede Pflege in meiner dunklen, feuchten, eiskalten Zelle mit meinen Schmerzen und hungerte.

Hans Beusch, der während der Verhöre schwer misshandelt worden ist, in einem Bericht über seine Haftsituation

Quelle: Landesarchiv Berlin, A Rep. 001-06, Nr. 2603

Portrait: Hans BeuschHans Beusch