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Adolf Bernt

23. Dezember 1903, Flensburg
3. Dezember 1969, Marburg

Adolf Bernt ist als Städ­tischer Bau­rat in seiner Heimat­stadt Flensburg tätig, bis er im August 1939 zum Kriegs­dienst einberufen wird. Nach einer Ver­wun­dung wird der Haupt­mann im Mai 1943 beim Allge­meinen Heeres­amt (OKH/AHA) im Bend­ler­block als Bearbeiter für Kriegs­material­liefe­rungen ein­ge­setzt und erlebt dort am 20. Juli 1944 den Um­sturz­versuch mit. 1956 ver­öffent­licht er darüber einen Augen­zeugen­bericht.    

Weil er aus seinem Büro in den frühen Morgen­stunden des 21. Juli 1944 einen Ver­wandten anruft, um ein Lebens­zeichen zu geben und die Ereignisse schildert, wird er in das „Haus­gefängnis” der Gestapo in die Prinz-Al­brecht-Straße 8 ge­bracht und am Abend in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße über­führt. Vier Tage später wird Adolf Bernt aus der Haft ent­lassen. Am 1. Sep­tember 1944 erfolgt seine Beför­derung zum Major. 

Ab 1954 arbeitet Adolf Bernt als Städ­tischer Bau­rat in Marburg, wo er bis zu seinem Tod 1969 lebt.    

  

Jetzt beorderte man uns auf den Vor­platz des Kellers und führte uns zum Hof hinauf. Es war spät gewor­den, gegen 21 Uhr, aber im Juli ist es dann immer noch etwas hell. Wir erblick­ten einen Polizei­wagen. ... Nach schneller und kurven­reicher Fahrt führte man uns in ein Gefäng­nis. Es hatte den stern­förmigen Grund­riß eines Zucht­hauses. Hier gab es Wanzen und magere Kost, dabei laufen­de Beobach­tung durchs Guck­loch in der schweren Tür, nachts begleitet vom grellen Auf­blitzen der Zellen­beleuch­tung.

Adolf Bernt über die Überführung vom „Hausgefängnis” der Gestapo in das Zellengefängnis am 21. Juli 1944

Quelle: Adolf Bernt, Der 20. Juli in der Bendlerstraße, in: Die Gegenwart 11 (1956) 269, S. 601.

Portrait: Adolf BerntAdolf Bernt, 1969