Robert Bernardis
8. August 1944, Berlin-Plötzensee
Robert Bernardis beginnt nach einer Ausbildung im Baugewerbe 1928 eine Laufbahn als Berufsoffizier im österreichischen Bundesheer. 1933 heiratet er Hermine Feichtinger, aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Im Sommer 1938 kommt Bernardis, der zu dieser Zeit mit dem Nationalsozialismus sympathisiert, an die Kriegsakademie in Berlin. Nach Fronteinsätzen in Polen und Frankreich nimmt er am Krieg gegen die Sowjetunion teil und wird Zeuge nationalsozialistischer Verbrechen.
1942 wird Robert Bernardis beim Oberkommando des Heeres als Gruppenleiter im Allgemeinen Heeresamt in Berlin eingesetzt. Ab 1943 steht er als Oberstleutnant im Generalstab in dienstlichem Kontakt mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg und wird im Frühjahr 1944 in die militärischen Umsturzplanungen einbezogen. Bernardis ist zunächst als Verbindungsoffizier zum Wehrkreiskommando Salzburg vorgesehen. Am Nachmittag des 20. Juli 1944 übernimmt er in der Bendlerstraße die Weitergabe der „Walküre”-Befehle an die Wehrkreiskommandos.
Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs wird er noch am Abend des 20. Juli festgenommen und am darauffolgenden Tag in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt. Seine Frau und seine Mutter werden in „Sippenhaft” genommen, seine beiden Kinder in das NSV-Kinderheim in Bad Sachsa verschleppt.
Am 8. August 1944 wird Robert Bernardis vom „Volksgerichtshof” unter Roland Freisler in einem ersten öffentlichen Schauprozess gegen die Verschwörer zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee ermordet.
Du kannst mir glauben, daß ich dachte, nur Gutes zu tun, ich habe nie im Traume daran gedacht, aus irgendwelchen ehrgeizigen oder leichtsinnigen Motiven zu handeln. Daß alles so weit gekommen ist, kann ich nur als einen Akt des Schicksals bezeichnen, das es eben nicht gewollt hat.
Robert Bernardis im Abschiedsbrief an seine Frau Hermine vom 8. August 1944
Quelle: Bundesarchiv, NS 6/18








