Willi Bartsch
18. April 1945, Berlin-Plötzensee
Willi Bartsch stammt aus einer Arbeiterfamilie und wächst in Berlin-Tegel auf. Als Kind erleidet er einen schweren Unfall und ist seitdem körperlich beeinträchtigt. Nach der Volksschule arbeitet er beim Berliner Magistrat als Straßenkehrer, ist jedoch nicht voll erwerbsfähig und immer wieder arbeitslos. Mit 16 Jahren tritt er in die KPD ein.
Nach der Machtübernahme Hitlers 1933 hält er Kontakt zu ehemaligen Genossinnen und Genossen und beteiligt sich an Widerstandsaktionen. Er verteilt Flugblätter und verbotene Zeitungen, unterstützt während des Krieges sowjetische Kriegsgefangene in Tegel mit Lebensmitteln und fordert Soldaten der Wehrmacht zur Desertion auf. In den letzten Wochen vor seiner Festnahme ist er als Kurier für kommunistische Gruppen tätig, wird jedoch durch einen Spitzel verraten.
Willi Bartsch wird am 21. Februar 1945 in Berlin festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 24. März 1945 verurteilt ihn das Kammergericht Berlin zusammen mit Georg Leichtmann wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode.
Zwei Tage später wird Willi Bartsch in das Strafgefängnis Plötzensee überführt und dort noch am 18. April 1945 ermordet. Es ist der letzte Tag, an dem noch Todesurteile der NS-Justiz vollstreckt werden, bevor das Gefängnis am 25. April 1945 von der Roten Armee befreit wird.



