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Theodor Baensch

15. April 1898, Berlin
9. Juli 1973, Berlin (West)

Theodor Baensch absol­viert eine kauf­männische Lehre und bekommt schon als Jugend­licher Kontakt zur Arbeiter­bewegung. Ende der 1920er Jahre lernt er Willi Münzen­berg kennen, tritt 1928 der KPD bei und arbeitet als Buch­halter und Revisor für ver­schiedene Unter­nehmen der Inter­natio­nalen Arbeiter Hilfe (IAH) wie dem Neuen Deutschen Verlag und der Pro­me­theus-Film-Gesell­schaft. 

Bereits im April 1933 wird Baensch für mehrere Wochen in „Schutz­haft” genommen. Im August 1933 emigriert er nach Paris, wo er in Münzen­bergs Verlag Editions du Carrefour mit­arbeitet, der das „Braun­buch über Reichstags­brand und Hitler­terror” heraus­gibt. Als Film­kaufmann ist er ab 1934 für den Vertrieb sowje­tischer Filme in Europa und den USA verantwortlich. 

Im September 1939 wird Theodor Baensch in Frank­reich inter­niert und kehrt im Sommer 1940 nach Deutsch­land zurück, wo er in den folgenden Jahren als Bilanz­revisor tätig ist. Im Mai 1942 wird Baensch erneut fest­genommen und im Sep­tember 1942 vom „Volks­ge­richts­hof” wegen ver­suchter „Vor­berei­tung zum Hoch­verrat” zu zwei Jahren Zucht­haus verurteilt. 

Die Haft­strafe, die er vor allem im Zucht­haus Bran­den­burg-Görden verbüßt, endet im Mai 1944. Baensch wird jedoch nicht entlassen, sondern erneut in „Schutz­haft” genommen. Zunächst im „Haus­gefängnis” der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße 8 inhaf­tiert, wird er am 22. Juli 1944 in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 über­stellt, wo er in der Gesta­po-Son­der­abteilung als Kal­faktor ein­ge­setzt wird. Am 23. April 1945 wird Baensch aus der Haft ent­lassen.

Nach Kriegs­ende arbeitet er beim Magistrat von Groß-Berlin und leitet später die Abteilung Film beim Senator für Volks­bildung. 

Von September ab, bis zur Auf­lösung des Gefäng­nisses in der letzten April­woche 1945, wurde der Arbeits­dienst in den beiden Gefängnis­flügeln, die der Gestapo unter­standen, von fünf Bibel­forschern, die eigens zu diesem Zweck aus Sachsen­hausen ange­fordert wurden und mir und einem anderen politischen Zucht­haus­gefan­genen ver­sehen. ... Unsere tägliche Arbeit bestand vor­nehm­lich in der Entleerung der Zellen­kübel, der Reinigung der Treppen und Gänge und in der Essens­ver­teilung.

Erinnerungsbericht von Theodor Baensch an seine Haft im Zellengefängnis Lehrter Straße 3, 1948

Quelle: Bundesarchiv, Dy 55/V 278/6/613

Portrait: Theodor BaenschTheodor Baensch, um 1946