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Werner von Alvensleben

4. Juli 1875, Neugattersleben
30. Juni 1947, Bremen

Werner von Alvensleben tritt nach einem Studium der Rechts­wissen­schaften ins Heer ein und wird während des Ersten Welt­krieges persönlicher Ad­jutant des Kaisers beim Hetmann der Ukraine in Kyjiw. 

In der Weimarer Republik enga­giert sich Werner von Alvensleben ver­stärkt in der Politik, agiert aber eher im Hinter­grund. Er verfügt über enge Bezie­hung­en zu Kurt von Schleicher und zum Chef der Heeres­leitung General­oberst Kurt Freiherr von Hammerstein, hat jedoch auch Ver­bindungen zur Führungs­spitze der NSDAP. 

Nach 1933 fällt von Alvensleben bei den National­sozialisten in Un­gnade und wird nach dem 30. Juni 1934 erst­mals für mehrere Monate in Haft genom­men. Über Kurt von Hammerstein kommt er in Kontakt zu Carl Goerdeler und Ludwig Beck und ist Ende 1941 in Um­sturz­planungen der Verschwörer einge­weiht. Am 20. Juni 1944 wird von Alvensleben erneut fest­genommen und in das KZ Ravensbrück einge­liefert, wo er nach Miss­handlungen während der Ver­höre einen Schlag­anfall er­leidet. 

Am 7. Oktober 1944 wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellen­gefängnisses Lehrter Straße 3 über­stellt. Hier wird er von seiner Tochter Alexandra Roloff, deren Mann eben­falls im Zellen­gefängnis einsitzt, mit Lebens­mitteln und Informationen versorgt, die ihm bei der Vor­bereitung seines Prozesses helfen.

Im Prozess vor dem „Volks­gerichts­hof” am 1. Februar 1945 wider­ruft er seine unter Folter ent­standenen Aus­sagen. Da ihm eine Mitwisser­schaft an den Attentats­plänen nicht nachgewiesen werden kann, wird er lediglich wegen defä­tistischer Äuße­rungen zu einer Haft­strafe von zwei Jahren verur­teilt und im Februar 1945 in das Zucht­haus Magdeburg ein­ge­liefert. Dort wird Werner von Alvensleben im April 1945 befreit.

Portrait: Werner von AlvenslebenWerner von Alvensleben