Werner von Alvensleben
30. Juni 1947, Bremen
Werner von Alvensleben tritt nach einem Studium der Rechtswissenschaften ins Heer ein und wird während des Ersten Weltkrieges persönlicher Adjutant des Kaisers beim Hetmann der Ukraine in Kyjiw.
In der Weimarer Republik engagiert sich Werner von Alvensleben verstärkt in der Politik, agiert aber eher im Hintergrund. Er verfügt über enge Beziehungen zu Kurt von Schleicher und zum Chef der Heeresleitung Generaloberst Kurt Freiherr von Hammerstein, hat jedoch auch Verbindungen zur Führungsspitze der NSDAP.
Nach 1933 fällt von Alvensleben bei den Nationalsozialisten in Ungnade und wird nach dem 30. Juni 1934 erstmals für mehrere Monate in Haft genommen. Über Kurt von Hammerstein kommt er in Kontakt zu Carl Goerdeler und Ludwig Beck und ist Ende 1941 in Umsturzplanungen der Verschwörer eingeweiht. Am 20. Juni 1944 wird von Alvensleben erneut festgenommen und in das KZ Ravensbrück eingeliefert, wo er nach Misshandlungen während der Verhöre einen Schlaganfall erleidet.
Am 7. Oktober 1944 wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 überstellt. Hier wird er von seiner Tochter Alexandra Roloff, deren Mann ebenfalls im Zellengefängnis einsitzt, mit Lebensmitteln und Informationen versorgt, die ihm bei der Vorbereitung seines Prozesses helfen.
Im Prozess vor dem „Volksgerichtshof” am 1. Februar 1945 widerruft er seine unter Folter entstandenen Aussagen. Da ihm eine Mitwisserschaft an den Attentatsplänen nicht nachgewiesen werden kann, wird er lediglich wegen defätistischer Äußerungen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt und im Februar 1945 in das Zuchthaus Magdeburg eingeliefert. Dort wird Werner von Alvensleben im April 1945 befreit.















