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Wolfgang Abshagen

17. November 1897, Stralsund
21. August 1945, Brest (Brześć)

Wolfgang Abshagen meldet sich zum Kriegs­dienst in der Kaiser­lichen Marine­infanterie und nimmt ab 1916 am Ersten Welt­krieg teil. Nach einer kauf­männi­schen Tätig­keit wechselt er 1924 in die Film­industrie und leitet 1934 die Film­theater­gesell­schaft Hugo Lemke in Berlin. 

Gegenüber dem NS-Regime ent­wickelt er schritt­weise eine ableh­nende Haltung und kommt spätestens 1938 in Kontakt mit führenden Personen des militärischen Widerstands wie Helmuth Groscurth. 1939 wird er einbe­rufen und dient als Adju­tant von Erwin von Lahousen, Groscurths Nach­folger als Leiter der Abwehr II im Amt Ausland/Abwehr unter Canaris. Abshagen ist an der Wegver­setzung linien­treuer Natio­nal­sozialis­ten beteiligt.  

Im März 1944 wechselt er in die Leit­stelle West für Front­auf­klärung nach Paris. Er wird am 11. August fest­ge­nommen und am 20. August 1944 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße einge­lie­fert. Da ihm die Gestapo die Beteili­gung am Umsturz­ver­such vom 20. Juli 1944 nicht nach­wei­sen kann, wird er mangels Beweisen am 10. Novem­ber 1944 aus der Haft entlassen. Seine Frau Irmgard hatte sich bei Gestapo­chef Heinrich Müller mit laufen­den Vor­sprachen für ihn eingesetzt.  

Am 28. Mai 1945 wird Wolfgang Abshagen in Berlin von sowje­tischen Soldaten festge­nommen, am 25. Juni von einem sowje­tischen Militär­tribunal wegen Spionage zum Tode verur­teilt und am 21. August 1945 in Brest erschossen. Am 25. Oktober 2000 wird er von der General­staats­anwalt­schaft der Russischen Föde­ration rehabi­litiert und das Urteil für unrecht­mäßig erklärt.    

Portrait: Wolfgang AbshagenMajor Wolfgang Abshagen, 1943