Wolfgang Abshagen
21. August 1945, Brest (Brześć)
Wolfgang Abshagen meldet sich zum Kriegsdienst in der Kaiserlichen Marineinfanterie und nimmt ab 1916 am Ersten Weltkrieg teil. Nach einer kaufmännischen Tätigkeit wechselt er 1924 in die Filmindustrie und leitet 1934 die Filmtheatergesellschaft Hugo Lemke in Berlin.
Gegenüber dem NS-Regime entwickelt er schrittweise eine ablehnende Haltung und kommt spätestens 1938 in Kontakt mit führenden Personen des militärischen Widerstands wie Helmuth Groscurth. 1939 wird er einberufen und dient als Adjutant von Erwin von Lahousen, Groscurths Nachfolger als Leiter der Abwehr II im Amt Ausland/Abwehr unter Canaris. Abshagen ist an der Wegversetzung linientreuer Nationalsozialisten beteiligt.
Im März 1944 wechselt er in die Leitstelle West für Frontaufklärung nach Paris. Er wird am 11. August festgenommen und am 20. August 1944 in das Zellengefängnis Lehrter Straße eingeliefert. Da ihm die Gestapo die Beteiligung am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 nicht nachweisen kann, wird er mangels Beweisen am 10. November 1944 aus der Haft entlassen. Seine Frau Irmgard hatte sich bei Gestapochef Heinrich Müller mit laufenden Vorsprachen für ihn eingesetzt.
Am 28. Mai 1945 wird Wolfgang Abshagen in Berlin von sowjetischen Soldaten festgenommen, am 25. Juni von einem sowjetischen Militärtribunal wegen Spionage zum Tode verurteilt und am 21. August 1945 in Brest erschossen. Am 25. Oktober 2000 wird er von der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation rehabilitiert und das Urteil für unrechtmäßig erklärt.






